Der geschasste Salzburger Ex-Festspielintendant Markus Hinterhäuser ist in Wien ausgezeichnet worden. Bei der Verleihung sprach der 68-Jährige erstmals ausführlicher über seinen Abgang – trotz vereinbarten Stillschweigens.
Der frühere Intendant der Salzburger Festspiele, Markus Hinterhäuser, hat am Dienstagabend bei der Verleihung des 14. Österreichischen Musiktheaterpreises in der Wien deutliche Worte zu seinem Abgang gefunden. Der 68-Jährige wurde mit dem Großen Preis der Jury für sein Schaffen als Pianist, Festivalleiter und Kulturmanager geehrt. Lange hatte er zu seiner Trennung von den Festspielen geschwiegen.
„Ich darf nicht zu viel sagen“, erklärte Hinterhäuser mit Verweis auf das im Zuge der einvernehmlichen Vertragsauflösung vereinbarte Stillschweigen. Ihm liege bereits ein Schreiben des Anwalts des Landeshauptfraubüros vor. Dennoch sagte er: „Die Kunst ist so viel größer als der Kleingeist der Politik.“ Die Befähigung des politischen Personals zur Übernahme von Verantwortung, die dieses vermeine, tragen zu können, müsse vorab überprüft werden. Langfristig werde politisches Personal vergessen sein, die Salzburger Festspiele werde es aber weiterhin geben.
Hinterhäuser sagte zudem: „Ich kann mit großer Sicherheit sagen, dass die letzten Wochen und Monate in meinem Leben keine leichten waren.“ Im März hatten sich die Festspiele nach längeren Diskussionen über seinen Führungsstil und Alleingänge von ihm getrennt. Die nun erhaltene Auszeichnung habe ihm deshalb „genau zur richtigen Zeit“ geholfen. Ein Preis könne, so Hinterhäuser, „schon fast therapeutische Wirkung haben“.
Die Jury würdigte seinen „Mut zum Ungewöhnlichen“, seine programmatische Weitsicht und sein Gespür für außergewöhnliche Künstlerpersönlichkeiten. Hinterhäuser habe das Musiktheater geprägt und dazu ermutigt, über eigene Grenzen hinauszudenken.
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