Linz ist reif für die Bühne! David Bösch startet die Schauspielsaison am Linzer Landestheater mit einem Stück, das mit Lokalkolorit gebacken wurde: „Linzer Torte mit Schlag“ hat am Samstag in der BlackBox des Musiktheaters die Uraufführung. Am Sonntag folgt der zweite Streich.
Das Landestheater auf der Promenade ist noch im Umbau, darum muss der Spielbetrieb ausweichen.
Zur Erinnerung: Vor einem Jahr spielte man – umbaubedingt – „Das Derby“ über die Linzer Fußballwelt in der BlackBox des Musiktheaters. Heuer kommt hier „Linzer Torte mit Schlag“ zur Uraufführung. Es stammt wieder aus der Feder von Schauspielchef David Bösch: „Mir ist es wichtig, dass wir uns auch mit lokalen Themen beschäftigen, mit Augenzwinkern und liebevoll.“ Darum widmet er seinen dritten Wurf vordergründig der österreichischen Mehlspeiskultur, hintergründig einer Provinzstadt im Jahr 1830, in dem eine „freie selbstständig Bäckerin, die freie Linzer Torte bäckt“, so Bösch.
Linz-Debüt von Simonischek
Zwischen Mürbteig und Kaiser, Metternich und Bürokratiegeheimnissen spielen auch Amerika und die Liebe eine große Rolle, außerdem gibt es Couplets im Nestroystil und Covers zwischen Miley Cyrus und Georg Kreisler. Christian Taubenheim und Angela Waidmann spielen die Hauptrollen, Marlena Reinwald und Kaspar Simonischek haben ihre Bühnendebüts in Linz, wobei Simonischek während seiner Studienzeit an der Bruckneruni bereits in Rollen zu sehen war. Doch nun ist er fix da.
Insgesamt 28 Aufführungstermine von „Linzer Torte mit Schlag“ steht bis 8. November am Spielplan.
Ein Theatererlebnis im Museum
Am Sonntag folgt die Premiere von „Kunst“ von Yasmina Reza: Ein scheinbar banaler Streit über ein teures, nahezu weißes Gemälde entwickelt sich zu einer tiefgreifenden Krise zwischen drei langjährigen Freunden.
Das Kultstück ist erstmals an einem Schauplatz zu sehen, der nicht besser gewählt sein könnte: Im Francisco Carolinum. Das Museum für zeitgenössische Kunst und Fotografie hat einen Festsaal, in den Angelika Daphne Katzinger ein Bühnenbild aus „leeren Rahmen“ stellt. Hier inszeniert Tanja Regele eine „Beziehungsstudie, Dinge, die schon lange brodelten, brechen als Konflikt hervor“, wie sie sagt. Termine bis 12. Dezember.
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