Großer Name, eigener Weg: Kaspar Simonischek steht am Beginn seiner Karriere – und tritt bereits selbstbewusst aus dem Schatten seines berühmten Vaters. Warum er fast Koch geworden wäre, was ihn zur Schauspielerei brachte und wie er heute seinen Platz auf der Bühne findet, erzählt der 29-Jährige im Gespräch.
Der junge Schauspieler Kaspar Simonischek trägt einen großen Namen – und geht doch seinen ganz eigenen Weg. Ab der nächsten Saison ist er fixes Mitglied im Ensemble des Linzer Landestheaters.
Als Sohn von Peter Simonischek (1946 – 2023) und Brigitte Karner ist der 29-Jährige in einem Schauspielerhaushalt aufgewachsen. Zunächst gab es andere Pläne: „Ich wollte Koch werden“, verrät er im Krone-Talk.
Zwei Monate „Knochenjob“ in einem Haubenlokal haben gezeigt: „Als Koch stehst du immer in der Küche, man bekommt gar nicht mit, ob es den Gästen schmeckt.“
Gefühle als Motor fürs Spielen
Also doch Schauspieler. Sein Vater bestand darauf, dass bei Susan Batson in New York Workshops in „Method Acting“ besucht: „Es geht darum, zu transportieren, was man fühlt. Da habe ich die Magie des Theaters kennengelernt.“
Zurück in Österreich folgte ein Schauspielstudium an der Anton-Bruckner-Universität sowie erste Engagements. „Meine Eltern haben gesehen, dass ich Talent habe. Der Papa hat am Telefon vor Freude geweint, als ich die erste Stelle in Graz bekam.“ Dahinter standen Sorge und Druck: „Es waren im Grunde dieselben Zweifel an dem Beruf der Schauspielerei, die sein eigener Vater – also mein Opa – bei ihm auch gehabt hatte. Das hatte sich auf ihn übertragen.“
Auch in Deutschland präsent
Seither baut Kaspar Simonischek an seiner Karriere, er hatte bereits Engagements unter anderem am Landestheater Linz, am Schauspielhaus Graz, bei den Festspielen Reichenau und an der Komischen Oper Berlin, dazu einige Filmdrehs. „Zurzeit fühle ich mich aber vor allem im Theater zu Hause.“
Linzer Torte und Grönemeyer
Ab der kommenden Spielzeit steht Simonischek in Linz auf der Bühne. Darum steckt er bereits in den Proben für „Linzer Torte mit Schlag“, ein Stück mit starkem Lokalkolorit von David Bösch, das am 19. September uraufgeführt wird. Weiters ist er noch in „Pferd frisst Hut“, einer Oper mit Musik von Herbert Grönemeyer, in Berlin engagiert, im Frühjahr 2027 wird diese wieder aufgenommen.
Die Lust am „Sprung ins kalte Wasser“
Er hofft auf größere Rollen, findet Nestroy, Horváth, Botho Strauß oder Tschechow interessant: „Ich hätte Papa gerne noch vieles gefragt, jetzt, wo ich selbst spiele.“
Und er erzählt, dass sein Vater „den Hiob oder den Jedermann“ so gut konnte: „Dieses auf die Bühne gehen und ins kalte Wasser springen, sich beim Spielen auf etwas einlassen, ohne zu wissen, was herauskommt – das war er. Kunst entsteht durch Risiko und Lust – er hat sich voll in den Dienst der Kunst gestellt. Das hat er mir gezeigt.“
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.