Fix im Linzer Ensemble

Kaspar Simonischek beim „Sprung ins kalte Wasser“

Oberösterreich
30.05.2026 16:00

Großer Name, eigener Weg: Kaspar Simonischek steht am Beginn seiner Karriere – und tritt bereits selbstbewusst aus dem Schatten seines berühmten Vaters. Warum er fast Koch geworden wäre, was ihn zur Schauspielerei brachte und wie er heute seinen Platz auf der Bühne findet, erzählt der 29-Jährige im Gespräch.

Der junge Schauspieler Kaspar Simonischek trägt einen großen Namen – und geht doch seinen ganz eigenen Weg. Ab der nächsten Saison ist er fixes Mitglied im Ensemble des Linzer Landestheaters.

Als Sohn von Peter Simonischek (1946 – 2023) und Brigitte Karner ist der 29-Jährige in einem Schauspielerhaushalt aufgewachsen. Zunächst gab es andere Pläne: „Ich wollte Koch werden“, verrät er im Krone-Talk.

Zwei Monate „Knochenjob“ in einem Haubenlokal haben gezeigt: „Als Koch stehst du immer in der Küche, man bekommt gar nicht mit, ob es den Gästen schmeckt.“

Gefühle als Motor fürs Spielen
Also doch Schauspieler. Sein Vater bestand darauf, dass bei Susan Batson in New York Workshops in „Method Acting“ besucht: „Es geht darum, zu transportieren, was man fühlt. Da habe ich die Magie des Theaters kennengelernt.“

Zurück in Österreich folgte ein Schauspielstudium an der Anton-Bruckner-Universität sowie erste Engagements. „Meine Eltern haben gesehen, dass ich Talent habe. Der Papa hat am Telefon vor Freude geweint, als ich die erste Stelle in Graz bekam.“ Dahinter standen Sorge und Druck: „Es waren im Grunde dieselben Zweifel an dem Beruf der Schauspielerei, die sein eigener Vater – also mein Opa – bei ihm auch gehabt hatte. Das hatte sich auf ihn übertragen.“

Das Grazer Schauspielhaus zeigte im Dezember 2025 Ödön von Horváths selten gespieltes Spätwerk ...
Das Grazer Schauspielhaus zeigte im Dezember 2025 Ödön von Horváths selten gespieltes Spätwerk „Der jüngste Tag“ in der Regie von David Bösch. Simonischek spielte einen Handelsvertreter.(Bild: Lex Karelly)

Auch in Deutschland präsent
Seither baut Kaspar Simonischek an seiner Karriere, er hatte bereits Engagements unter anderem am Landestheater Linz, am Schauspielhaus Graz, bei den Festspielen Reichenau und an der Komischen Oper Berlin, dazu einige Filmdrehs. „Zurzeit fühle ich mich aber vor allem im Theater zu Hause.“

Linzer Torte und Grönemeyer
Ab der kommenden Spielzeit steht Simonischek in Linz auf der Bühne. Darum steckt er bereits in den Proben für „Linzer Torte mit Schlag“, ein Stück mit starkem Lokalkolorit von David Bösch, das am 19. September uraufgeführt wird. Weiters ist er noch in „Pferd frisst Hut“, einer Oper mit Musik von Herbert Grönemeyer, in Berlin engagiert, im Frühjahr 2027 wird diese wieder aufgenommen.

Die Lust am „Sprung ins kalte Wasser“
Er hofft auf größere Rollen, findet Nestroy, Horváth, Botho Strauß oder Tschechow interessant: „Ich hätte Papa gerne noch vieles gefragt, jetzt, wo ich selbst spiele.“

Und er erzählt, dass sein Vater „den Hiob oder den Jedermann“ so gut konnte: „Dieses auf die Bühne gehen und ins kalte Wasser springen, sich beim Spielen auf etwas einlassen, ohne zu wissen, was herauskommt – das war er. Kunst entsteht durch Risiko und Lust – er hat sich voll in den Dienst der Kunst gestellt. Das hat er mir gezeigt.“

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