„Krone“-Kommentar

Rechte Bäume müssen nicht ungebremst wachsen

Innenpolitik
15.09.2026 05:00

Sie gewinnen rundum, die rechten Parteien in Europa. In Italien regieren sie in einem Bündnis unter Giorgia Meloni sogar – und das so stabil wie noch in keiner zweiten Regierung.

In Frankreich könnte im kommenden Jahr die Rechte Marine Le Pen den Sprung in den Pariser Präsidentenpalast schaffen. In Großbritannien hat der rechte Brexit-„Held“ Nigel Farage gute Chancen, bei den nächsten Unterhaus-Wahlen Erster zu werden.

In Deutschland bröckelt die Regierungskoalition aus Unionsparteien und SPD nicht erst, seit vor zehn Tagen die rechte AfD im Bundesland Sachsen-Anhalt raketenartig auf Platz 1 raste.

In Österreich holte die FPÖ bereits bei den Nationalratswahlen vor zwei Jahren Rang 1, Herbert Kickl schaffte zwar nicht den Sprung ins Kanzleramt, die Blauen entschweben allerdings in allen Umfragen in lichte Höhen wie nie zuvor.

Und auch im europäischen Norden waren die Rechten und Ultrarechten auf dem, wie es schien, unaufhaltsamen Vormarsch.

Am Sonntag aber zogen die schwedischen Wähler die Bremse. Auch wenn noch nicht endgültig feststeht, ob nun das linke oder doch noch das regierende rechte Bündnis gewonnen hat: Die rechtspopulistischen Schwedendemokraten erlitten erstmals bei einer Reichstagswahl Verluste, haben mehr als alle anderen Parteien verloren.

Was können wir daraus lernen? Längst nicht, dass der europäische Zug nach rechts gebremst wäre. Aber doch: Die rechten Bäume müssen nicht ungebremst in den Himmel wachsen.

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