Panne beim Versuch, einen 13-Jährigen in die geschlossene Einrichtung für Serientäter in Wien zu überstellen: Der junge Räuber büxte aus.
Die für strafunmündige Serientäter angedachte Auszeit-WG, um sie dort vorübergehend wegzusperren und zu therapieren, hat nach dem holprigen Start eine weitere Panne zu verkraften. Vergangene Woche hätte ein 13-Jähriger von einer betreuten Einrichtung in die Wohngemeinschaft mit Freiheitsbeschränkung überstellt werden sollen. Bloß: Er kam dort nicht zeitgerecht an.
Was war passiert? Zwei Betreuer sollten den jungen Intensivtäter abholen und ihn nach Simmering fahren. Vor dem Dienstauto nutzte der Jugendliche einen Moment der Ablenkung und lief davon. Zur Erinnerung: Die Auszeit-WG für strafunmündige Serientäter ist kein freiwilliges Angebot, das solche Systemsprenger annehmen können oder auch nicht.
Es erfolgt zuvor eine Zuweisung in die Einrichtung durch die Kinder- und Jugendhilfe (MA 11) – die Tür der Einrichtung steht auch nicht offen wie bei einer normalen Wohngemeinschaft, bei einer akuten Gefahr kann ein Kind körperlich daran gehindert werden, wegzugehen.
In diesem Fall handelt es sich um einen 13-Jährigen mit einer langen Liste an Verfehlungen – rund 30 an der Zahl, von Einbrüchen über Raube usw.
Polizei fasste jungen Täter
Nach der Flucht musste die Polizei alarmiert werden, erst die Beamten konnten den Intensivtäter wieder einfangen. Mittlerweile wird er – trotz größter Widerstände – in der Auszeit-WG behandelt.
Die MA 11 will den Vorfall nicht weiter kommentieren. Zitat: „Aufgrund des Persönlichkeitsrechts werden wir keine Informationen mehr herausgeben, damit die Kinder über die Medien nichts über sich selbst erfahren müssen.“ Die FPÖ ist empört. Parteichef Dominik Nepp: „Die Strafmündigkeit muss auf zwölf Jahre gesenkt werden.“
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