Das „ewige Eis“ schmilzt: Permafrost taut auch am Großglockner und Kitzsteinhorn. Forscher warnen vor instabilen Hängen, Steinschlägen und Felsstürzen. Die Folgen könnten bis ins Tal reichen – etwa durch Muren und Hochwasser.
Das „ewige Eis“ und der Permafrost halten die Berge zusammen. Doch „ewig“ ist durch Klimawandel und mehrere Rekordsommer nur noch relativ. Auch im Hochgebirge taut es, an immer mehr Stellen verlieren Hänge und Gipfelgrate an Stabilität, die Berge bröckeln. Das internationale Forschungsprojekt „FROST.INI“ geht diesen Entwicklungen derzeit am Kitzsteinhorn in Kaprun und auf Österreichs höchstem Berg, dem Großglockner, auf den Grund.
Rund eine Million Euro fließen in Forschung
Im Rahmen des Interreg-Projekts „FROST.INI“ liefern sieben tiefe Bohrlöcher am Kitzsteinhorn und zwei neue Bohrlöcher bei der Adlersruhe am Großglockner Temperaturdaten aus dem Inneren der Berge. Geländebewegungen, Felsmechanik und die Entwicklung der Gletscher werden ebenfalls untersucht. Rund eine Million Euro fließen in die Forschung, 80 Prozent davon kommen aus dem EU-Interreg-Programm.
Auch die Gletscher werden vermessen. Drohnen und Drohnenradar untersuchten das Gebiet rund um den Großglockner. Das Ergebnis: Das Eis verliert derzeit jedes Jahr dutzende Meter an Länge und rund zwei Meter an Dicke. Die Verbindung des Eises droht abzureißen, wodurch die Pasterze ihren Status als größter Gletscher Österreichs verlieren könnte.
„Hotspot des Klimawandels“
„Die Alpen sind ein Hotspot des Klimawandels“, warnen die Experten Gerald Valentin vom Landesgeologischen Dienst und Ingo Hartmeyer vom Forschungsinstitut Georesearch. Taut der Permafrost, verliert das Gestein an Festigkeit. Steinschläge und Felsstürze können die Folge sein. Die Forscher wollen deshalb mit den Messungen eine bessere Grundlage für Gefahrenbeurteilung, rechtzeitige Reaktionen und künftige Raumplanung schaffen.
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