„Krone“ fragt nach

Neue Kultursteuer regt auf: „Das ist Wahnsinn“

Wien
15.09.2026 17:00

Tickets für Kino, Museen und Konzerte werden massiv teurer. Dafür hagelt es viel Kritik – nicht nur von den Veranstaltern. Die „Krone“ hat nachgefragt, was die Wiener von den Plänen der Stadtregierung halten.

Die Wiener Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler möchte eine zusätzliche Abgabe auf Eintrittskarten für Kultur-Veranstaltungen. Die Rede ist von 12,5 Prozent, die nun offenbar fix sind. Vorbild ist der „Sportgroschen“, der seit 80 Jahren auf Tickets für Sport-Events eingehoben wird. Für Besucher heißt das: Die Tickets werden teurer. 

Kulturanbieter schlagen Alarm. Die Interessengemeinschaft für Österreichische Veranstaltungswirtschaft (IGÖV) spricht von einer „Strafsteuer“, die die kulturelle Vielfalt in Wien gefährde. 30 Millionen Besucher wären von der Preissteigerung betroffen. Die „Krone“ wollte im Rahmen einer Straßenumfrage wissen, was die Wiener selbst zu der Abgabe sagen.

Wiens Kulturstadträtin Kaup-Hasler macht die Kultur teuer.
Wiens Kulturstadträtin Kaup-Hasler macht die Kultur teuer.(Bild: Markus Wache)

„Das ist Wahnsinn!“, meint Dima P. (52). Der Geschäftsmann hat für die Pläne der Stadt kein Verständnis. Er ist überzeugt, dass er künftig weniger auf Veranstaltungen gehen wird.

„Meiner Meinung nach sollte Kultur gar nichts kosten. Das ist kompletter Schwachsinn, vor allem in Wien. Hier ist eh schon alles so teuer. Ich habe selbst miterlebt, wie Gasthäuser zusperren mussten, weil die Mehrwertsteuer erhöht wurde. Wenn man die Leute immer weiter abzockt, gehen sie irgendwann halt nicht mehr hin.“

Dima P. (52)

Geschäftsmann

Auch Rosemarie C. (79) sieht die neue Steuer kritisch. Sie war erst gestern mit ihrer Enkelin in der Oper. Die Preise hält sie jetzt für schon hoch.  

„Meine Enkelin weiß nicht, wie teuer die Eintritte sind. Das zahle ja alles ich. Da kommt auch jetzt schon schnell eine große Summe zusammen.“

Rosemarie C. (79)

Pensionistin

Zoe S. (20), besucht nicht oft Kultur-Events. Ein Problem sieht sie für jene, die weniger Geld haben. 

„Für Studenten ist das schwierig, wenn es jetzt noch teurer wird. Manche Dinge sind dann nicht mehr zugänglich. Ich glaube Menschen, die regelmäßig in die Oper gehen, sind auch bereit höhere Preise zu zahlen. Aber viele andere werden in Zukunft weniger gehen.“

Zoe S. (20)

Studentin

Lisa E. (81) sieht die Entwicklungen gelassen. Die Pensionistin geht am liebsten ins Wien Museum (Eintritt frei). 

„Solange man sich die Tickets noch leisten kann, finde ich es okay. Es kostet ja alles Geld. Mich wird es jedenfalls nicht hindern. Aber sobald eine gewisse Grenze überschritten ist, dann wird bestimmt weniger verkauft.“

Lisa E. (81)

Pensionistin

Josef E. (30) ist Doktorand aus Italien, wohnt aber schon eine Weile in Wien. Aus seinem Heimatland kennt er das Problem. Dort wurden die Preise für Kulturveranstaltungen bereits erhöht. Das mache es schwierig in die Oper oder ins Theater zu gehen.

„Ich finde das nicht richtig. Für viele Menschen ist es jetzt schon zu teuer. Wenn Tickets jetzt 20 Euro mehr kosten, dann wird es immer schwieriger.“

Josef E. (30)

Doktorand

Helga (87) hat wenig Verständnis für den Wirbel. „In meinen Augen gibt es viel Ärgeres, das uns fehlt, zum Beispiel die Nächstenliebe und das Sorgen für die anderen.“ Um die Kultur sorgt sich die Seniorin trotzdem.

„Leider Gottes verkommt die Kultur, weil junge Menschen sich abwenden. Das tut mir am meisten weh. Aber natürlich muss alles, das wertvoll ist, unterstützt werden.“

Helga P. (87)

Pensionistin

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung