Auf den Formel-1-Tross wartet dieses Wochenende mit dem Grand Prix von Spanien in Madrid erstmals seit Las Vegas vor drei Jahren Neuland. Das Highlight des kurvenreichen Kurses („Madring“) durch das Messegelände der spanischen Hauptstadt ist die spektakuläre Hochgeschwindigkeitssteilkurve „La Monumental“.
Ungeachtet fehlender Erfahrungswerte will Mercedes auf dem neuen „Madring“ an den Doppelsieg von Kimi Antonelli vor George Russell zuletzt in Monza anknüpfen.
„Wir haben in Monza das Maximum herausgeholt. Madrid stellt uns vor eine ganz andere Herausforderung. Die Streckencharakteristik ähnelt eher der von Budapest oder Zandvoort. Wir erwarten daher ein hart umkämpftes Wochenende“, sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff.
Es gelte, die Anforderungen der Strecke so schnell wie möglich zu verstehen und sofort die bestmögliche Performance abzurufen, ergänzte der Wiener. Sein Team hat neun der bisher 13 Rennen gewonnen, sieben Siege gehen auf das Konto des klaren WM-Spitzenreiters Antonelli, der in Monza vom 19. Startplatz aus triumphiert hatte.
Ferrari nach Monza-Debakel gefordert
In der Konstrukteurswertung liegt Mercedes bereits 122 Punkte vor Ferrari. Die Scuderia erlebte in Monza ein Debakel, Charles Leclerc schied durch einen Unfall aus, Lewis Hamilton kam nicht über Platz sechs hinaus. Teamchef Frederic Vasseur hat die Heimpleite abgehakt und setzt in Spanien wie die Silberpfeile auf möglichst schnelle Lerneffekte. „Madrid ist eine völlig neue Herausforderung für die Formel 1, auf einer neuen Strecke wird es besonders wichtig sein, sich schnell anzupassen und das Beste aus jeder Session herauszuholen“, sagte Vasseur.
Madrid ist erstmals seit 45 Jahren wieder Schauplatz der Königsklasse, bis 1981 wurde in Jarama in der Nähe der Hauptstadt gefahren. Der neue Kurs führt auf 5,4 km und mit 22 Kurven über teils öffentliche Straßen und eigens errichtete Abschnitte. Die Premiere wird mit täglich 130.000 Zuschauern ausverkauft sein. Die Ferraris fuhren im Juli für Filmaufnahmen bereits einige Proberunden. „Es gibt kaum echte Geraden, überholen dürfte also schwierig werden“, befand damals Hamilton.
Antonelli mit dickem Punktepolster
Dem Rekordweltmeister fehlen in der WM-Wertung an der dritten Stelle bereits 76 Punkte auf Antonelli. Der erst 20-jährige Italiener steuert nach seinem Husarenstück in Monza mit satten 66 Zählern Vorsprung auf seinen ersten Verfolger Russell dem Titel entgegen. In Madrid um den Sieg mitmischen will auch wieder McLaren mit Weltmeister Lando Norris, der in Ungarn und den Niederlanden triumphierte, und dem heuer noch sieglosen Oscar Piastri. Max Verstappen muss in seinem Red Bull wohl weiterhin auf Fehler oder Probleme der Konkurrenz hoffen.
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