30 Prozent Verlust

Hitze, Dürre, Rebzikade: Winzer kämpfen mit Ernte

Burgenland
09.09.2026 15:02

Burgenlands Weinbauern kämpfen um ihre Ernte: Hitze und Trockenheit drücken den Ertrag um rund 30 Prozent. Hoffnung macht die Qualität der bestehenden Trauben, doch die Rebzikade lauert bereits als nächste Gefahr. 

Die Sonne brennt aufs Land, die Böden sind trocken, die Zeit drängt: Im Burgenland kämpfen die Winzer derzeit um jeden gesunden Weinstock. Die extreme Hitze hat die Reife beschleunigt, die anhaltende Trockenheit die Trauben schrumpfen lassen. Was schließlich im Weinfass landet, fällt heuer deutlich geringer aus: Rund 30 Prozent weniger Ertrag als im Vorjahr werden erwartet. Für die rund 2.400 Weinbaubetriebe ist das ein herber wirtschaftlicher Schlag.

„Die Konsumenten können sich dennoch freuen“

Andreas Liegenfeld, Präsident des Weinbauverbandes Burgenland, blickt dennoch positiv auf die ersten Ergebnisse: „Die Konsumenten können sich auf einen fruchtigen Jahrgang freuen.“ Die ersten Moste stimmen ihn zuversichtlich und lassen auf einen aromatischen, fruchtbetonten Jahrgang hoffen. Die geringere Menge bleibe für die Betriebe dennoch schmerzhaft. LK-Präsident Nikolaus Berlakovich verweist auf die wirtschaftliche Dimension: „30 Prozent weniger Ertrag ist für unsere Betriebe massiv.“ Neben Hitze und Trockenheit bereitet ihm die Rebzikade Sorgen, die eine Goldgelbe Vergilbung hervorrufen kann. Herbert Oschep, Obmann von Wein Burgenland, sieht die Herausforderung zusätzlich am Markt. „Die Zeit des Weinverteilens ist vorbei, jetzt geht es um den Verkauf“, sagt er. Wichtig sei es, heimischen Wein als Qualitätsprodukt zu positionieren und seinen Wert klar zu vermitteln.

Der Jahrgang mag unter Druck stehen, die Hoffnung ist jedoch noch lange nicht vergoren, dem ...
Der Jahrgang mag unter Druck stehen, die Hoffnung ist jedoch noch lange nicht vergoren, dem stimmen die regionalen Winzer zu.(Bild: Vanessa Wittmann)

Rote Zahlen für den Weinliebhaber

Besonders der Rotwein stehe dabei unter Druck: Die Nachfrage verändere sich, leichtere und fruchtbetonte Weine gewinnen an Bedeutung. Für das traditionell stark vom Rotwein geprägte Burgenland erhöhe das den Vermarktungsdruck. Oschep setzt deshalb auf Gastronomie, Tourismus, Veranstaltungen und digitale Kanäle. „Wein ist nicht einfach ein Produkt. Wein ist ein Genussmittel.“ Seine klare Linie: „Mit Quantität kann man den Kampf nicht gewinnen, sondern mit Qualität.“

Die Weinlese 2026 zeigt damit zwei Gesichter: Im Weingarten sorgen Hitze, Trockenheit und Rebzikade für große Sorgen, während die ersten Eindrücke aus den Kellern Hoffnung machen. Weniger Trauben könnten dank ihrer Konzentration besonders aromatische Weine hervorbringen. Der Jahrgang mag unter Druck stehen, die Hoffnung ist jedoch noch lange nicht vergoren.

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