Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und IGGÖ-Präsident Ümit Vural haben bei einem Treffen Zusammenhalt und den Kampf gegen Extremismus betont. Im Hintergrund verschärft sich die Debatte über den politischen Islam.
Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) Ümit Vural sprechen sich nach einem Treffen für das Miteinander in der Stadt aus. Als wichtiges Forum bezeichnen sie den Wiener Religionsrat. Dort würden alle Religionsgemeinschaften „miteinander Verantwortung für Frieden und Zusammenhalt in unserer Stadt übernehmen“.
Religionsrat soll Zusammenhalt in Wien stärken
Unmissverständlich fällt die gemeinsame Position zum Extremismus aus: „Extremismus hat in unserer Gesellschaft keinen Platz“, erklären Ludwig und Vural. Demokratie, Rechtsstaat, Freiheit und Gleichberechtigung wolle man weiterhin gemeinsam und entschlossen verteidigen.
Gleichzeitig ziehen beide eine Grenze bei pauschalen Verdächtigungen. Wer Extremismus bekämpfen wolle, dürfe nicht eine gesamte Religionsgemeinschaft unter Generalverdacht stellen. Menschen, die ihren Glauben friedlich leben, dürften nicht zum Ziel „politischer Schnellschüsse“ werden.
Debatte über politischen Islam bleibt
Brisant ist das Statement auch vor dem aktuellen politischen Hintergrund. Die Diskussion über ein Verbot des politischen Islams und islamistischer Organisationen hat zuletzt an Schärfe gewonnen. Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) hatte dabei auch die IGGÖ angesprochen und von ihr eine klare Abgrenzung bei Radikalisierung und Extremismus verlangt. Zusätzlich sorgt der Fall eines in Wien verurteilten IS-Anhängers für Debatten: Der 20-Jährige hatte ein Deradikalisierungs-Programm durchlaufen und wurde am 3. September bei einem Polizeieinsatz in Istanbul erschossen, nachdem er das Feuer auf Beamte eröffnet hatte.
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