Brisanter Fall rund um den Deradikalisierungsverein Derad: Ein türkischstämmiger Österreicher, der hierzulande wegen Terrorverdacht verurteilt wurde und bei Derad im Programm war, ist nun in der Türkei bei einem Polizeieinsatz getötet worden. Der „Krone“ liegen alle Details vor.
Im Zuge eines Polizeieinsatzes gegen den Islamischen Staat (IS) in Istanbul hat die türkische Polizei am 3. September 2026 einen österreichisch-türkischen Doppelstaatsangehörigen erschossen, nachdem dieser das Feuer auf die einschreitenden Polizeibeamten eröffnet hatte. Der 20-Jährige wurde von den türkischen Behörden verdächtigt, in Verbindung mit der Terrororganisation IS zu stehen und einen Anschlag in der Türkei zu planen.
„Deradikalisierungsprogramm“ in Österreich durchlaufen
Bereits seit 2025 wurde in Österreich aufgrund seiner Absicht, ins Ausland auszureisen und sich dem IS anzuschließen, ermittelt. Nach einer Verurteilung und dem Durchlaufen eines Deradikalisierungsprogramms von Derad hielt der Beschuldigte an seinen Plänen fest und reiste schlussendlich in die Türkei aus.
Islamistischer Gruß bei Gerichtsverhandlung
Die Hauptverhandlung war am 28. Mai 2026 am Landesgericht Wien. Der Mann wurde wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu 16 Monaten bedingter und acht Monaten unbedingter Freiheitsstrafe verurteilt und unter Anrechnung der Untersuchungshaft am selben Tag entlassen. Der 20-Jährige war zumindest seit November 2025 Teilnehmer eines Deradikalisierungsprogramms von Derad.
Nach „Krone“-Informationen zeigte bei der Urteilsverkündung ein hochrangiges Vereinsmitglied von Derad dem Verurteilten mit seinem Zeigefinger versteckt den sogenannten „Tauhid-Gruß“. Der „Tauhid-Finger“ bezeichnet und symbolisiert den Monotheismus (den Glauben an die Einzigartigkeit und Einheit Allahs: „Es gibt keinen Gott außer Allah“). Der Gruß wurde vom Verurteilten wahrgenommen und durch ein Lächeln erwidert.
Im Juli 2026 reiste der Mann widerrechtlich in die Türkei aus, wo er von den türkischen Behörden nach enger Zusammenarbeit mit österreichischen Sicherheitsbehörden festgenommen werden konnte. Unter Auflagen wurde er von türkischen Justizbehörden schließlich wieder auf freien Fuß gesetzt. Bei einer Amtshandlung rund um Ermittlungen gegen den IS in der Türkei eröffnete der 20-Jährige das Feuer auf Polizisten, woraufhin er beim anschließenden Schusswechsel durch die türkische Polizei erschossen wurde.
In Österreich lief bislang ein Verfahren zur Aberkennung der österreichischen Staatsbürgerschaft.
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