Von Kino bis Pop-Show

Preisschock: „Kultur-Euro“ auf jedes Wiener Event

Kultur
08.09.2026 17:15

Kulturgenuss in Wien wird empfindlich teurer, vom Stadionkonzert über die Kulturtempel bis zu Kino und Kabarett. Die „Krone“ kennt die Details aus den laufenden Verhandlungen – und hat einen Tipp, wie sich die kommenden höheren Preise zumindest für‘s Erste vermeiden lassen.

Wirklich fix ist beim kommenden Wiener „Kultur-Euro“ vorerst noch wenig – außer, dass es fast nie bei einem Euro bleiben wird, der schon bald auf jeden Ticketkauf aufgeschlagen wird. Die Steuer, die seit der Abschaffung der damaligen ORF-Gebühren mit ihrer GIS-Landesabgabe im Jahr 2024 als ständiger Wiedergänger durch die Wiener Kulturpolitik gegeistert ist, kommt nun fix, so viel steht allerdings auch fest.

Kulturressort ringt mit Finanzressort
Auf die Maßnahme hatte sich Wiens Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ) schon im „Wien Krone“-Sommergespräch festgelegt, und derzeit wird um letzte Details mit ihrer Kulturressort-Kollegin Veronica Kaup-Hasler gerungen. Als Vorbild dient offenbar der „Sportgroschen“, der bereits seit 80 Jahren auf den Eintritt zu Sportveranstaltungen in der Bundeshauptstadt aufgeschlagen wird. So wie diese Steuer für den Wiener Sport zweckgebunden ist, soll der „Kultur-Euro“ die Wiener Kultur mitfinanzieren.

Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ) legte sich schon im Sommer darauf fest, dass um den ...
Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ) legte sich schon im Sommer darauf fest, dass um den „Kultur-Euro“ kein Weg herumführt.(Bild: Mario Urbantschitsch)

Zahlen müssen allerdings nicht nur Wiener, sondern alle, die das Wiener Kulturangebot nützen – vom alltäglichen Kino- und Kabarettbesuch über die Museen bis hin zu exklusiven Veranstaltungen wie Konzerten großer Stars von Pop bis Klassik. Politisch brisant ist dabei, dass Wien damit zu einem Gutteil Steuern auf etwas einhebt, das es nicht finanzieren muss, Stichwort Bundesmuseen und Bundestheater.

Wer bei Karten schnell zuschlägt, zahlt weniger
Die Orientierung am Sportgroschen verheißt für kommende Kartenpreise nichts Gutes: Der macht den Eintritt zu Wiener Sportveranstaltungen derzeit um 12,5 Prozent teurer. Das würde etwa gute Karten für den nächsten Auftritt von Startenor Jonas Kaufmann im Konzerthaus um 37 Euro teurer machen, aber auch den Eintritt im Belvedere um drei Euro.

Noch im Oktober soll die Maßnahme beschlossen werden, Mitte 2027 soll sie in Kraft treten – und ab dann auf jeden Kauf aufgeschlagen werden. Heißt in anderen Worten: Wer den Kulturkalender möglichst lang im Voraus studiert und sich Karten frühzeitig sichert, kann dann um dasselbe Geld in der ersten Reihe sitzen, das bei anderen nur für die 20. Reihe reicht.

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