Frauen stark betroffen

1,7 Mio. Menschen starben 2023 an Passivrauchen

Leben
08.09.2026 11:06
Porträt von krone.at
Von krone.at

Mehr als 2,7 Milliarden Menschen weltweit leiden unter Passivrauchen, darunter 767 Millionen Kinder. Allein im Jahr 2023 sorgte das Einatmen von Tabakrauch weltweit zu fast 1,7 Millionen Todesfällen. 

Unter den geschätzt acht Millionen Menschen, die 2023 weltweit an den Folgen von Tabakrauch starben, waren der Studie im Fachmagazin „The Lancet“* zufolge auch viele Nichtraucher, die Passivrauch ausgesetzt waren. 

Was ist Passivrauch?
Passivrauch entsteht aus dem sogenannten Nebenstromrauch, der beim Rauchen einer Zigarette nicht vom Raucher selbst eingeatmet wird, und dem sogenannten Hauptstromrauch, den der Raucher erst ein- und dann wieder ausatmet. Der Nebenstromrauch gilt als besonders schädlich, weil er ungefiltert in die Luft gelangt. Die giftigen und krebserregenden Stoffe sind daher deutlich stärker konzentriert als im Hauptstromrauch.

Auszüge der Studie:

  • Unter den geschätzt 2,7 Milliarden Menschen, die 2023 Passivrauch ausgesetzt waren, waren demnach auch 767 Millionen Kinder im Alter von null bis 14 Jahren.
  • Die Belastung trug zu 1,66 Millionen vorzeitigen Todesfällen bei.
  • Besonders häufig wurde eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels festgestellt, bei der das Herz nicht mehr genug Sauerstoff bekommt.
  • Bei Kindern trug die Belastung durch Passivrauchen 2023 zu rund 5,2 Millionen Atemwegsinfektionen bei.

Weniger Raucheranteil, aber nicht weniger Raucher
Obwohl der Anteil der Raucher seit 1990 weltweit rückläufig ist, ist die absolute Zahl der Menschen, die Tabakrauch ausgesetzt sind, stabil geblieben: Als Grund wird in der Studie das Bevölkerungswachstum genannt: In Ländern in Afrika und im Nahen Osten stieg die Zahl der Betroffenen deshalb trotzdem an.

Frauen stark betroffen
Frauen sind überproportional stark von Passivrauchen betroffen, insbesondere in Weltregionen, in denen nur wenige Frauen selbst rauchen. Trotz dieser erheblichen Belastung werde Passivrauchen bisher kaum „als bedeutender Risikofaktor für die Gesundheit von Frauen“ eingeschätzt.

*Die Studie basiert auf Daten aus 204 Ländern und Territorien im Zeitraum von 1990 bis 2023, die aus Studien aus einer Datenbank der US-Gesundheitsinstitute (NIH) sowie Befragungen stammen.

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