„Stur wie ein Bock“

Unbequem & direkt: Erni Mangolds kultigste Zitate

Adabei Österreich
05.09.2026 11:21
Porträt von krone.at
Von krone.at

Sie war unbequem, direkt und herrlich widerborstig. Erni Mangold nahm kein Blatt vor den Mund – und genau dafür wurde die große österreichische Schauspielerin geliebt und geschätzt. Ob Theater, Kollegen, Männer, Alter oder das eigene Leben: Mangold nahm kein Blatt vor den Mund. Ihre besten Zitate zeigen, dass ihre spitze Zunge oft ins Schwarze getroffen hat. 

„Stur wie ein Bock“
„Ich kann stur sein wie ein Bock, bin aber gleichzeitig gutmütig wie ein Schaf.“ (Aus ihrem Erinnerungsbuch „Lassen Sie mich in Ruhe“, 2011)

„Kurz vor meinem Auftritt stelle ich mich hin, halte meine Knie locker, gehe leicht in die Beuge, strecke das Brustbein vor, lasse die Schultern fallen und die Arme nach unten baumeln. Ein Fragezeichen. Das bringt mich auf Null und entspannt mich völlig. Ich bin bereit und gehe raus.“ (ebenda)

„Zurückschauen, Vergangenheit, Theater, Film, Fernsehen - wen kümmert das? Mich am allerwenigsten. Vorbei ist vorbei und weg ist weg, nach dieser Maxime lebe ich.“ (ebenda)

„So wichtig ist das Theater nicht“
„Mein Gott, so wichtig ist das Theater auch nicht.“ (Bei ihrem Bühnenabschied, 2017)

„Theater sollte nicht versuchen, Film und Fernsehen zu übertreffen. Ich finde armes Theater interessanter.“ („Kurier“, 2015)

„Ich bin immer eine Anarchistin gewesen. Nie mit, sondern immer gegen den Strom geschwommen. Kein Wunder, nach dem Krieg, die ganze Nazi-Scheiße, das war grauenhaft! Ich war erst zwölf, als Hitler kam, aber mir ist schon damals das Würgen hochgekommen, ich habe mich geekelt vor dem Regime.“ („Kronen Zeitung“ 2017)

Nach dem Krieg war ich mit dem Qualtinger zusammen, wir waren wie zwei streunende Hunde. Nie vor sechs Uhr früh nach Hause gekommen, immer diesen grauslichen Wein getrunken. Ich fand das wahnsinnig schön.“ (ebenda, über ihre Zeit mit Helmut Qualtinger)

„Ich war schon mit 21 ziemlich selbstbewusst und erwachsen. Aber finanziell muss ich mich bis heute ärgern, weil Männer immer noch besser bezahlt werden als Frauen.“ („profil“, 2014)

„Froh, aus Wien wegzukommen“
„Ich war einfach froh, aus Wien wegzukommen. Ich hatte keine Ruhe, die Männer waren hinter mir her, dass es ein Graus war. (...) Das war ja das Furchtbare, dass sich damals jeder Mann das Recht herausgenommen hat, über dich herzufallen. Ein Mann konnte der Frau auf den Hintern greifen oder ihr den Rock hochheben. Gott sei Dank war ich immer sehr stark und konnte mich wehren.“ („Kronen Zeitung“, 2017, über ihren Entschluss 1955 nach Deutschland zu gehen)

„Für Schauspielerinnen ist die Zeit um 50, 60 sehr schlimm, die Ensembles sind gesteckt voll mit alten Weibern – also mittelalten, die man nicht braucht. Aber wenn man so alt ist wie ich, dann hat man keine Konkurrenz mehr – denn sie sind alle schon tot.“ („Kurier“, 2015)

„Mit 95 bleibt einem nichts erspart.“ (Bei der Verleihung der Platin-Romy für ihr Lebenswerk, 2022)

„Nachher ist nichts mehr. Vielleicht bin ich dann eine blöde Fliege oder irgendwas anderes.“ („profil“, 2014, danach gefragt, was nach dem Tod kommt)

„Ich bin nicht Einstein oder Mozart“
„Goar nix. (....) Ich bin nicht Einstein oder Mozart. Wenn ich einmal tot bin, wird sich vielleicht irgendjemand noch an die Mangold erinnern. Aber ein paar Jahre später weiß es schon keiner mehr. Das finde ich völlig okay.“ („Kronen Zeitung“, 2017, gefragt, was von ihr nach ihrem Tod bleibe)

„Aber ich bin kein Vergangenheitsmensch, mich macht das immer krank, wenn ich von der Vergangenheit erzähle.“ (APA-Interview, 2014)

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