In die Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs könnte unter Vermittlung der USA wieder Bewegung kommen. Die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner werden am Samstag in Moskau erwartet und sind dort laut einem Bericht mit einer Sondermaschine gelandet.
Die staatliche russische Nachrichtenagentur Interfax meldete unter Berufung auf Luftfahrtkreise, ein Flugzeug sei in Moskau gelandet, das die beiden mutmaßlich transportiert habe. „Das US-Sonderflugzeug vom Typ Boeing C-32A, das vom Miami International Airport gestartet war, machte gegen 9 Uhr Moskauer Zeit einen Zwischenstopp in Helsinki und setzt nun seinen Flug nach dem Überfliegen der russischen Grenze fort“, hieß es kurz zuvor aus den EU-Flugsicherungsdiensten gegenüber der Nachrichtenagentur TASS.
Trump: Bringen Vorschlag mit
Trump bestätigte, dass er seine beiden Unterhändler entsandt habe. Sie würden einen Vorschlag mitbringen, um den Ukraine-Krieg zu beenden, so der Präsident ohne Details zu nennen „Wir haben sie dorthin geschickt, um zu prüfen, ob wir etwas erreichen können“, sagte er bloß. Wie schon bei vorherigen Vermittlungsbemühungen der USA in dem Krieg gab sich der Republikaner auch diesmal optimistisch, dass das gelingen könnte. Ein Durchbruch wurde bisher nicht erreicht – obwohl Trump einst verkündet hatte, er könne den Krieg binnen 24 Stunden beenden.
Trumps Gesandte waren noch nie in Kiew
Witkoff und Kushner sind in der Trump-Regierung für die Bemühungen um ein Ende des seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskriegs zuständig. Die beiden Geschäftsleute haben seit 2025 mehrmals Moskau besucht, waren aber für ihre Vermittlungsbemühungen noch nie in Kiew. In den vergangenen Monaten lagen die Gespräche auf Eis, weil Trump sein Augenmerk auf den von ihm begonnenen Krieg gegen den Iran richtete. Zuletzt saßen die USA im Februar bei direkten Gesprächen zwischen Russland und der Ukraine in der Schweiz als Vermittler am Tisch.
In Moskau war eine Eskorte unterwegs, um die Gesandten zu empfangen:
Russland will Fakten am Schlachtfeld schaffen
Russland rief die USA dazu auf, bei den neuen Gesprächen über ein Ende des Konfliktes die Realitäten auf dem Schlachtfeld zu berücksichtigen. Die Lage verändere sich zu Ungunsten der Ukraine, sagte der russische Vize-Außenminister Sergej Rjabkow. „Die Schlüsselfrage ist, inwieweit die US-Regierung angesichts der Realitäten vor Ort bereit ist, in die Suche nach einer echten Lösung für die aktuelle Krise zu investieren.“
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte einen Besuch Witkoffs und des Schwiegersohns von Präsident Donald Trump am Wochenende angekündigt. Besprochen sei, dass beide zunächst Moskau besuchen und am Sonntag nach Kiew reisen.
Ukraine verzichtet auf Luftangriffe
Selenskyj sagte, Ziel sei es, einen möglichst konstruktiven und inhaltsreichen Besuch und Verhandlungen mit der US-Seite zu ermöglichen, damit dieser Krieg zu Ende gebracht werden könne. Er kündigte an, dass die Ukraine – „wie es bei vorherigen diplomatischen Besuchen der US-Seite war“ – die Sicherheit des russischen Luftraums gewährleisten werde, damit die Verhandler sicher ankommen könnten. Von ukrainischer Seite werde es keine Luftangriffe geben, versprach er. Russland müsse spiegelbildlich reagieren, sagte Selenskyj.
Wieder Luftangriffe
Allerdings gab es in der Nacht auf Samstag dann wieder Luftalarm und Berichte über Explosionen. Im ukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk wurden durch einen russischen Luftangriff vier Menschen getötet und sechs weitere verletzt. Nach Behördenangaben wurde ein Industriebetrieb in der Stadt Kamjanske getroffen. Das russische Militär sprach von einem Angriff auf ein großes Metallkombinat, das die ukrainische Rüstungsindustrie beliefere.
Einschläge russischer Drohnen wurden in der Nacht auch aus dem Großraum Kiew gemeldet. Bei einer Angriffswelle wurde im Vorort Boryspil ein neunstöckiger Wohnblock beschädigt. Zwei Frauen wurden laut Behörden verletzt.
Weniger Drohnen über Moskau
Über Russland hingegen wurden in der Nacht 59 ukrainische Drohnen abgewehrt, wie das Verteidigungsministerium in Moskau mitteilte. Die vergleichsweise niedrige Zahl lässt darauf schließen, dass die Ukraine wie angekündigt eine Feuerpause wegen des Besuchs der US-Vermittler einhält.
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