„Krone“-Kommentar

Freundschaft in der SPÖ

Kolumnen
05.09.2026 11:00

Neben den ORF-„Sommergesprächen“ mit den Chefs der Bundesparteien gibt es solche bekanntlich auch auf Länderebene mit den jeweiligen Landesparteiobleuten beziehungsweise Landeshauptleuten. So dieser Tage mit dem neuen Kärntner Landeshauptmann und SPÖ-Chef Daniel Fellner. Und dabei hat dieser ganz schön ausgeteilt – und zwar gegen die eigene Partei.

EINERSEITS ist das ja angesichts der aktuellen Umfragewerte der SPÖ wenig verwunderlich. Und Fellner, der ins Amt gekommen ist, ohne ad personam gewählt worden zu sein, muss in zwei Jahren eine Landtagswahl schlagen. Da will er sich vom negativen Bundestrend natürlich nicht hinabziehen lassen.

ANDERERSEITS muss man sich schon auf der Zunge zergehen lassen, was der Kärntner da zum Besten gegeben hat: Befragt, was er von Parteichef Andreas Babler halte, meinte er lakonisch, dieser sei nun eben Parteichef. Spitzenkandidat für die nächste Nationalratswahl aber längst noch nicht. Da sei für ihn ein Umfragewert von 15 Prozent die Schmerzgrenze.

Und auf die Frage, was er von Wiener Plänen halte, Asylberechtigte von der Bundeshauptstadt auch in die Bundesländer, also auch nach Kärnten zu verteilen, ließ Fellner seinem Parteigenossen Michael Ludwig ausrichten, wenn er für jeden Unsinn, den er aus Wien höre, einen Euro bekäme, wäre er längst Millionär.

„Freundschaft“, der klassische Gruß in der Arbeiterbewegung, sieht also wohl anders aus.

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