Stockers Plan wankt

Jänner-Start von Zukunftsfonds „unmöglich“

Innenpolitik
04.09.2026 13:18

Finanzminister Markus Marterbauer gibt einmal mehr den Spielverderber und steigt beim geplanten Zukunftsfonds auf die Bremse. Der von der ÖVP angekündigte Start mit Jänner 2027 ist laut Finanzministerium „unmöglich“, wie die „Krone“ erfuhr. Auch viele Fragen der Finanzierung seien offen. Die SPÖ bringt zudem eigene Ideen ein.

Im „Zukunftsdepot“ können Eltern steuerfrei für ihre Kinder Geld anlegen. Eingezahlt werden könne ab der Geburt, Geld soll aus dem Depot aber erst ab dem 18. Geburtstag entnommen werden dürfen. Bis zur Volljährigkeit bleibt es steuerfrei, es fallen weder Kapitalertragssteuer (KESt) noch Kontoführungsgebühren an. Jährlich können bis zu 5000 Euro eingezahlt werden.

Der Staat will zusätzlich jedes Kind mit einem Startguthaben von bis zu 500 Euro unterstützt. Dafür sind in den nächsten beiden Jahren je 40 Millionen Euro budgetiert – allerdings nur in nächsten zwei Jahren.

Stocker präsentierte den „Zukunftsfonds“ im ORF-Sommergespräch
Stocker präsentierte den „Zukunftsfonds“ im ORF-Sommergespräch(Bild: Imre Antal)

„Ein fertiges Konzept gibt es noch nicht. Die Finanzierung ist offen. Nachdem nicht davon auszugehen ist, dass nur zwei Geburtsjahrgänge davon profitieren sollen, fehlt hier eine nachhaltige Finanzierung“, heißt es aus dem Finanzministerium.

SPÖ will Finanzsektor zur Kasse bitten
Auch die KESt-Begünstigung sei im Budget noch gar nicht vorgesehen und wäre ebenfalls entsprechend zu finanzieren. Dazu hat der Minister auch gleich eine Idee, und zwar eine Finanzierung „aus dem Finanzsektor“.

Offen seien weiters diverse Fragen der technischen Umsetzung. „Ein Start mit 01.01.2027 ist vor diesem Hintergrund technisch praktisch unmöglich.“

Der SPÖ sei eine „möglichst verteilungsgerechte Ausgestaltung wichtig“. Es müsse sichergestellt sein, dass der Startbonus tatsächlich jedem in Österreich geborenen Kind zugutekomme. Ein tauglicher Ansatz wäre die automatische Veranlagung über das Instrument des Bundesschatzes (mit Wechselmöglichkeit in ein Zukunftsdepot bei Banken).

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