Salzburg ist in dieser Saison noch ungeschlagen und fertigte Rapid zuletzt mit 5:1 ab, der Fanzuspruch ist aber ausbaufähig. Sollte man der Röhl-Elf eine Chance geben? Zwei Redakteure, zwei Meinungen.
Die vergangenen drei Jahre der Bullen waren ein Murks! Null Titel, unzählige Niederlagen und jede Menge verschlissene Trainer. Was der langjährige Ligakrösus sportlich ablieferte, war Fußball zum Abgewöhnen. Die Konsequenz? Fans liefen RB Salzburg in Scharen davon. Das müssen Cheftrainer Danny Röhl und seine Spieler heute ausbaden.
Dabei hat sich vieles getan. Die Bosse Stephan Reiter und Marcus Mann haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, um zurück in die Erfolgsspur zu finden. Sie misteten den Kader aus, investierten das nötige Kleingeld und verpflichteten Spieler, die sofort helfen konnten.
Die Zwischenbilanz nach zehn Pflichtspielen: Acht Siege und zwei Remis. Die Truppe von Röhl befindet sich auf einem guten Weg. Es mag sein, dass sie aktuell nicht den Glanz versprüht, wie die Bullen es zu Zeiten von Sadio Mané oder Erling Haaland taten. Nach drei Dürrejahren darf das aber auch niemand erwarten. Die Zielsetzung war klar: Salzburg wollte die Fans zurückgewinnen und am Ende der Saison Titel erobern.
Die einstigen Großklubs Austria (4:1) und Rapid (5:1) wurden zuletzt abgefertigt, der Aufwärtstrend damit eindrucksvoll bestätigt. Aktuell mehr zu verlangen, wäre vermessen. Die vergangenen drei Jahre sollten allen eine Lehre sein. Die jüngsten Leistungen sind ein Anstoß, den „neuen Bullen“ eine Chance zu geben. Am besten im Stadion.
Rapid 5:1 bezwungen, in dieser Saison noch ungeschlagen und dank der 12.153 Zuseher im Stadion eine gute Atmosphäre erlebt. Also alles eitel Wonne bei den Bullen? Zwar sprechen die Ergebnisse eine klare Sprache, sehr vieles entwickelt sich in die richtige Richtung. Jedoch geht spielerisch, was den Unterhaltungswert angeht, deutlich mehr. Denn nach der bärenstarken Anfangsphase sowohl gegen Austria als auch Rapid schaltete die Elf von Danny Röhl in den Verwaltungsmodus, schob den Ball hin und her. Bei einem Spielstand von 3:0 aus pragmatischer Sicht mehr als nachvollziehbar, doch reicht dem nach Unterhaltung lechzenden Publikum in Salzburg eine gute halbe Stunde Vollgas-Fußball? Gerade nach einem so guten Beginn hätte es sich angeboten, das Tempo hoch zu halten, den Fans nach drei schwierigen Jahren noch viel mehr Tore zu schenken. Die Qualität dazu hat die neu formierte Mannschaft auf jeden Fall, den Anspruch sollte sie auch haben.
Röhl betonte, man arbeite sich bei den Zuschauerzahlen „Schritt für Schritt nach oben“. Das hing jedoch auch mit den Gegnern zuletzt zusammen. Rund 12.000 Besucher gegen Rapid sind keine Besonderheit. Bis auf zwei Ausnahmen kamen gegen Grün-Weiß seit Corona-Ende nämlich immer mindestens so viele, teilweise bis zu 17.000. Ob die Bullen im Verwaltungsmodus wieder dorthin kommen, ist unklar.
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