Strenge Vorschriften

Japankäfer versetzen Grenzgebiet in Aufruhr

Vorarlberg
04.09.2026 13:30
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Nachdem im benachbarten Lindau mehr als 30 Exemplare des Japankäfers aufgetaucht sind, zieht Bayern die Notbremse und richtet eine strenge Quarantänezone ein. Die Schutzmaßnahmen greifen weit über die Grenze bis nach Hörbranz und Lochau. 

Das Insekt ist zwar für Menschen vollkommen harmlos, doch für über 400 Pflanzenarten bedeutet der Schädling den puren Kahlschlag. Vorarlberg verzeichnet heuer bereits drei Funde. Zum dritten Mal in Folge ging den Behörden im Leiblachtal ein Käfer in die Falle. Auf bayerischer Seite ist die Lage noch brisanter. Dort breitet sich der Käfer rasant aus. Deshalb gelten im Fünf-Kilometer-Radius rund um den Fundort ab Freitag strikte Regeln.

Strikte Regeln für Rasenschnitt und Erde
Das trifft die Bevölkerung direkt beim Gärtnern und Bauen. Rasenschnitt muss künftig auf fünf Zentimeter klein gehäckselt werden, bevor er das Sperrgebiet verlassen darf. Erde darf wegen der Eiablage im Boden gar nicht mehr aus der Zone transportiert werden. Einzige Ausnahme bilden Grundstücke, die während der Flugzeit mit Planen abgedeckt waren.

In Vorarlberg – konkret in den angrenzenden Gemeinden Hörbranz und Lochau – sollen demnächst ebenfalls strenge Quarantäneregeln gelten. Zunächst muss aber eine Verordnung, deren Entwurf dann zwei Wochen in Begutachtung gehen muss, erlassen werden. Damit treten die Spielregeln wohl erst Ende September in Kraft – dann, wenn der Japankäfer nicht mehr aktiv ist.

Die Ausbreitung des invasiven Insekts soll aber auch ohne Verordnung unterbunden werden. Die Behörden bitten die Vorarlberger Bevölkerung deshalb um Mithilfe: Wer ein Tier entdeckt, soll es fotografieren und umgehend beim Land melden. 

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