Geschworene einig

Ex-Gang-Boss schuldig wegen Mordes an Tupac Shakur

Society International
01.09.2026 06:52
Porträt von krone.at
Von krone.at

30 Jahre nach dem Mord am US-Rapper Tupac Shakur ist Ex-Gang-Boss Duane „Keffe D“ Davis in einem Prozess in Las Vegas schuldig gesprochen worden. Er war 2023 festgenommen und unter anderem wegen Mordes mit Gebrauch einer tödlichen Waffe angeklagt worden. 

Die Geschworenen sahen es nach über drei Stunden Beratung als erwiesen an, dass der 63-Jährige für den Tod des Rappers verantwortlich ist. Davis wird nicht beschuldigt, selbst auf Shakur geschossen zu haben. Die Staatsanwaltschaft sieht in dem früheren Anführer der Straßengang South Side Compton Crips vielmehr den Drahtzieher des tödlichen Angriffs.

Nach Darstellung der Anklage organisierte er die Vergeltungsaktion – Shakur und Begleiter hatten in einem Hotel in Las Vegas seinen Neffen angegriffen – und beschaffte die Waffe. Nach dem Recht des US-Staats Nevada kann auch jemand wegen Mordes verurteilt werden, der einem anderen bei der Tat hilft.

Bilder von dem Prozess:

Freunde und Familienangehörige des Rappers Tupac Shakur umarmen den stellvertretenden ...
Freunde und Familienangehörige des Rappers Tupac Shakur umarmen den stellvertretenden Bezirksstaatsanwalt Binu Palal.(Bild: AP/Bizuayehu Tesfaye)
(Bild: AFP/BIZUAYEHU TESFAYE)
(Bild: AFP/BIZUAYEHU TESFAYE)
(Bild: AFP/BIZUAYEHU TESFAYE)
(Bild: AP/Bizuayehu Tesfaye)

Neffe war Täter
Davis hatte mehrfach öffentlich darüber gesprochen, dass er in dem weißen Cadillac gesessen sei, aus dem die Schüsse auf Shakur abgefeuert worden seien. Er sei der einzige Insasse, der noch lebe. Die tödlichen Schüsse habe aber sein Neffe abgegeben, sagte er 2008 in einem Verhör. Sein Neffe Orlando Anderson wurde selbst bei einer anderen Gang-Schießerei getötet und nie angeklagt.

Davis erzählte der Polizei auch, Sean Combs habe ihm bei einem Treffen in Greenblatts Deli am Sunset Boulevard in Los Angeles eine Million Dollar für den Mord an Shakur angeboten. Das Geld erhalten habe er nie.

Verteidiger Michael Sanft erklärte in seinem fast zweistündigen Abschlussplädoyer (siehe unten), der Fall gegen Duane „Keffe D“ Davis wegen des Mordes an Tupac Shakur beruhe auf Erfindungen und Publicity-Gags, die nicht durch andere Beweise untermauert seien.

Er stellte seinen Mandaten als Lügner und Angeber dar, selbst Dokumentationen und Davis‘ Autobiografie „Compton Street Legend“ sei eine Lüge. 

Davis habe viele Dinge erfunden, um daraus Kapital zu schlagen, argumentierte Sanft. 

Tupac (l.) war einer der erfolgreichsten Rapper der 1990-er Jahre. Der für Hits wie „California ...
Tupac (l.) war einer der erfolgreichsten Rapper der 1990-er Jahre. Der für Hits wie „California Love“ und „Changes“ bekannte Musiker verkaufte weltweit Millionen Platten.(Bild: AFP/STEVE MARCUS)

Der damals 25 Jahre alte Rapper Tupac wurde am 7. September 1996 in einem Auto in Las Vegas angeschossen und starb sechs Tage später im Krankenhaus. Sein Einfluss auf Rapmusik und Popkultur reicht weit über seinen Tod hinaus, er gilt als eine der prägendsten Figuren des Hip-Hop.

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