Ein Firmenwechsel bei der Bodenabfertigung auf dem Flughafen in Wien-Schwechat verunsichert Kunden. 360 Mitarbeiter sind ihren Job los. Viele Urlauber zweifeln daran, ihre Reise planmäßig antreten zu können.
Mit Meldungen wie „Hunderte Mitarbeiter zittern um ihren Job“ ist der Flughafen Wien-Schwechat diese Woche in die Schlagzeilen geraten. Besorgte Kunden richteten sofort Anfragen an die „Krone“-Redaktion, weil sie befürchteten, dass ihnen bei der gebuchten Reise aufgrund von akuten Personalproblemen ein Dilemma droht. Zur Beruhigung eines vorweg: Keine Panik, Flüge sollten weiterhin – wie vorgesehen – über die Bühne gehen!
Lizenz neu vergeben
Auslöser für die Verunsicherung ist die Neuvergabe der Bodenabfertigungslizenz, die dem Verkehrsministerium unterliegt. Bislang hat das Unternehmen Airline Assistance Switzerland (AAS) mit 360 Beschäftigten wichtige Aufgaben rund um die Passagierflugzeuge auf dem Vorfeld wie das Ein- und Ausladen von Gepäckstücken oder die Bereitstellung der Fluggasttreppen erledigt. Die Lizenzdauer ist nach fast sieben Jahren abgelaufen, nun kommt ein neues Unternehmen offiziell zum Zug.
Firma aus dem Burgenland übernimmt
Ab 25. Oktober soll die Joint Sky Services GmbH mit Sitz in Eisenstadt bei der Bodenabfertigung eingesetzt werden. Bei mehr als 240.000 Starts und Landungen jedes Jahr ist das Personal der Flughafen Wien AG zu 90 Prozent für diese Arbeit zuständig. Für den Rest soll künftig Joint Sky Services verantwortlich sein. „Aufgrund der Wettbewerbspolitik der Europäischen Union, die die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit auf dem Markt anspornen soll, sind mindestens zwei Dienstleister bei der Bodenabfertigung vorgeschrieben, damit die Airlines eine Alternative zum Flughafenbetreiber haben“, wird auf dem Airport Vienna erklärt.
Gute Aussichten auf einen Job
Durchaus positiv sind die Aussichten für die gekündigten Beschäftigten von Airline Assistance Switzerland, die beim AMS-Frühwarnsystem angemeldet sind. Bei einer Firmenrochade in diesem Geschäftszweig sei es leicht möglich, dass viele Mitarbeiter des früheren Unternehmens von dem neuen Betreiber übernommen werden, heißt es.
„Jeder, der in diesem speziellen Job bereits gearbeitet hat, bringt wichtige Erfahrungen mit. Andere müssten erst Schulungen über sich ergehen lassen. Das kostet Zeit und Geld. Jede Geschäftsleitung hat die Absicht, sich Umwege zu ersparen“, wissen Branchenkenner nur zu gut. Die Verhandlungen sind bereits im Laufen.
Alles unter Kontrolle
Jener „Krone“-Leserin, die genau am Tag des Firmenwechsels im Oktober in den Urlaub fliegt, kann wohl getrost mitgeteilt werden, dass sie deswegen nicht stundenlang auf dem Flughafen warten wird und kein Chaos droht. Generell gilt in Wien-Schwechat: „Im Notfall helfen Fluglinien untereinander aus. Aufgaben werden übernommen. Es gibt immer eine Ersatzlösung!“
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