„Vier-Euro-Gutschein“
Dutzende Flüge verspätet: Chaos in Palma
Stundenlanges Warten am Flughafen statt einer gemütlichen Heimreise nach einer feinen Urlaubswoche – dem wurden Tausende Touristen am Freitagabend in Palma de Mallorca ausgesetzt. Dutzende Flüge sind verspätet, die Abflüge verschoben sich immer weiter nach hinten. Unter den Wartenden auch eine „Krone“-Kollegin.
„Statt um 21.45 Uhr lande ich erst um 0.45 Uhr in Klagenfurt – nach jetzigem Stand“, schildert Jennifer Kapellari am Freitagabend die Lage am Flughafen von Palma, derzeit der „Nummer-eins-Flughafen mit den meisten Störungen“, wie Flightradar auswirft.
Von Ryanair bekamen sie und ihre Mitpassagiere einen Vier-Euro-Gutschein angeboten – und ein KI-Video geschickt, das die aus Sicht der Airline „unnötige“ und „unverhältnismäßige“ Lage erklären soll. Die Fluglinie gibt als Gründe „Kapazitätsbeschränkungen beim Personal der Flugverkehrskontrolle ATC“ sowie „Stürme in Europa“ an und ruft die EU-Kommission auf, die „kaputte Flugsicherung zu reparieren“.
„Vermutlich weil sie keine Entschädigung zahlen wollen“, glaubt Kapellari. Bei der dreistündigen Ankunftsverspätung, nach der es in ihrem Fall derzeit aussieht, hätte sie grundsätzlich Anspruch auf eine Ausgleichszahlung – außer es handelt sich bei den Verspätungen um außergewöhnliche Umstände, wie eben Wetter oder Probleme der Flugsicherung.
Über Stunden alles „delayed“
Was auch das Chaos in Palma ausgelöst hat – die meisten wissen es genausowenig wie die Passagiere von Ryanair: Immer wieder werfen die Reisenden am Airport bange Blicke auf die Anzeigetafeln, wo allerdings weiterhin ein Wort überwiegt: „Delayed.“
Nicht nur die Wartebereiche, auch die Lokale des Flughafens sind entsprechend voll – davon zeugt nicht nur die lange Schlange vor der McDonald‘s-Filiale, in der wohl beim einen oder anderen ein großes Stück der gewonnenen Urlaubserholung gleich wieder dahinschmilzt.
Wer sich nicht über das große Warten ärgern will, findet eine Beschäftigung – wie eine Gruppe Reisender aus München, die sich seit Stunden am Flughafen aufhält. Die fünf Burschen spielen am Boden Karten – und hoffen wohl trotzdem, dass sie bald Richtung Heimat abheben können.

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