„Krone“-Kommentar

Weidels Ausrutscher ist sicher nichts zum Lachen

Innenpolitik
28.08.2026 05:00

Haha. Nun macht man sich in Medien darüber lustig, dass Alice Weidel, Chefin der FPÖ-Schwesterpartei AfD, die von einem Wahlerfolg zum nächsten eilt und demnächst vermutlich erstmals ein deutsches Bundesland regieren wird, jüngst zwar voll des Lobes für die hiesigen Blauen war, dabei aber bei einem wichtigen Namen ausrutschte.

Der Kommentar zu den großen Themen, die Österreich betreffen: Klaus Herrmann, Chefredakteur
Der Kommentar zu den großen Themen, die Österreich betreffen: Klaus Herrmann, Chefredakteur(Bild: Krone KREATIV/Imre Antal, stock.adobe.com)

Weidel, in Wien zu Gast, wo sie das ZDF-„Sommergespräch“ gab, erzählte, sie sei hier, um sich mit den Parteispitzen der FPÖ zu treffen, weil man von ihnen „unglaublich viel lernen“ könne. Besonders hob sie den steirischen FPÖ-Landeshauptmann Mario Kunasek hervor, er sei ein „Sympathieträger“, die von ihm geführte Landesregierung mache einen „unglaublich guten Job“. Weidels Ausrutscher: Sie nannte Kunasek „Kumasek“.

Darüber wird gelacht. Doch weder über Weidel noch über Kunasek oder Kickl sollte man lachen. Über Weidel auch deshalb nicht, weil sie im Wiener Interview festhielt, man müsse aus Euro und Schengen „raus“. Das geht sogar der FPÖ zu weit. Und über Kickl sollte man angesichts mancher seiner Vorstellungen und seiner Umfragewerte keinesfalls lachen.

Über Kunasek schon gar nicht: Er zertrümmert laut Umfragen seinen Regierungspartner ÖVP, nähert sich der absoluten Mehrheit. So weit ist es in Oberösterreich noch nicht. Aber Stand jetzt könnte die FPÖ dort 2027 die Landeshauptmannpartei ÖVP überflügeln und das nächste große Bundesland übernehmen.

Rundum werden viele nichts zu lachen haben.

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