


Dolchwespen fühlen sich aufgrund des Klimawandels zunehmend im städtischen Raum wohl. Im Garten eines Mariatroster Kindergartens waren so viele unterwegs, dass Kinder und Pädagoginnen daraus ein Forschungsprojekt machten.
Sie sind fast so groß wie Hornissen, warnend gelb gefärbt und in Graz immer öfter unterwegs: die Borstigen Dolchwespen. Gerade für Kinderaugen sind sie unübersehbar, berichtet Christiane Hatzl aus dem GIP-Kindergarten in der Mariatroster Straße. „Wir haben in unserem Blumenkisterl Erbsen gesät, und auf einmal haben sich dort die Wespen geschart.“ So etwas hatten sie in ihrem Garten noch nie beobachtet.
Gemeinsam machte man die neuartigen Tiere zum Forschungsprojekt. Die Kinder sammelten tote Wespen ein, untersuchten sie in Becherlupen und erfuhren viel über ihre Lebensweise. Dabei stellte sich heraus: „Dolchwespen schauen sehr gefährlich aus, sind aber harmlos“, wie Johannes Gepp, Biologe und Präsident des steirischen Naturschutzbundes, erklärt. „Bisher waren sie nur in Schutzgebieten zu sehen, jetzt sind sie wegen des Klimawandels mitten in den Städten angekommen“.
Mittlerweile sind allein im Grazer Stadtgebiet Tausende solcher Wespen heimisch geworden. „Aber sie haben an Menschen, Getränken oder Jause kein Interesse.“ Stattdessen dienen sie als Schädlingsbekämpfer, etwa gegen den Rosenkäfer. Dolchwespen bauen auch keine Nester, sie graben sich in Komposthäufen ein und legen ihre Eier in Engerlinge. Die geschlüpften Wespen fressen die Larven der Käfer von innen heraus auf.
Außerdem sind die friedlichen Artgenossen Bestäuber. Sie sind stets auf der Suche nach Blütennektar und fliegen von einer Pflanze zur nächsten. Wie der Name verrät, können sie in Ausnahmefällen natürlich mit ihrem Dolch stechen. Das ist jedoch nicht schmerzhafter als andere Wespenstiche.



All das wissen jetzt auch die Mariatroster Kindergartenkinder. Das Forschungsprojekt hat ihnen die Angst genommen, meint Pädagogin Hatzl. „Die Kinder haben die Wespen sogar wunderschön gezeichnet.“ So schnell wie die gelb-schwarzen Tiere da waren, sind sie auch wieder verschwunden: „Jetzt, wo die Erbsen verblüht sind, sind die Wespen weg“, erzählt Hatzl.
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