Eine neue Waffe aus China könnte die militärische Bedrohung für die USA deutlich verändern. Sie soll nicht nur mit mehr als fünffacher Schallgeschwindigkeit unterwegs sein, sondern auch während des Fluges ihre Richtung verändern können. Besonders brisant ist dabei, welches Ziel sie ins Visier nehmen könnte.
China hat offenbar einen neuen Typ eines manövrierfähigen Hyperschall-Gefechtskopfs entwickelt. Dieser soll in der Lage sein, Abfangsystemen auszuweichen und Luftziele in tausenden Kilometern Entfernung zu treffen.
Hyperschall-Waffe soll Abwehr austricksen
Der britische „Telegraph“ berichtet, dass es sich um ein sogenanntes Hyperschall-Gleitfluggerät (Hypersonic Glide Vehicle, HGV) handelt. Dieses wird auf einer ballistischen Rakete in die obere Atmosphäre gebracht, löst sich dort und gleitet anschließend mit mehr als fünffacher Schallgeschwindigkeit auf sein Ziel zu. Dabei kann es scharfe und unvorhersehbare Manöver durchführen.
Nach derzeitiger Kenntnis sei China das einzige bekannte Land, das über diese Kombination aus Technologien verfüge. Praktisch könnte die Waffe demnach aus der Luft gestartet werden und auch weit von der eigentlichen Kampfzone entfernte Unterstützungs- und Führungsflugzeuge angreifen.
US-Kommandoflugzeuge im Visier
Für die US-Luftwaffe wäre das besonders problematisch. Während Kampfjets und Drohnen näher an ein Kampfgebiet heranfliegen könnten, bleiben etwa fliegende Kommandozentralen, Tankflugzeuge und Maschinen für elektronische Kriegsführung weiter entfernt. Gerade diese Flugzeuge könnten durch die neue chinesische Waffe gefährdet werden.
Ein erfolgreicher Angriff würde die Fähigkeit der USA, ihre Luftoperationen durchzuführen, erheblich beeinträchtigen. Dies könnte insbesondere im Falle eines Konflikts um Taiwan von Bedeutung sein.
Reichweite bis Guam und Hawaii
Bloomberg hatte zuvor über die Entwicklung berichtet. Demnach soll die chinesische Volksbefreiungsarmee zudem einige bestehende Hyperschall-Marschflugkörper mit Luft-Luft-Fähigkeiten ausgestattet haben. Andere Flugkörper seien mit Fähigkeiten gegen Schiffe versehen worden.
Ein HGV, der von einer DF-17-Rakete gestartet wird, könnte laut den Angaben rund 1500 Meilen (etwa 2400 Kilometer) zurücklegen. Damit würde die Reichweite bis auf wenige hundert Meilen an Guam heranreichen, wo sich ein wichtiger US-Militärstützpunkt befindet. Noch größer wäre die Reichweite mit einer DF-27. Für diese wird eine maximale Reichweite von rund 5000 Meilen (etwa 8000 Kilometer) angegeben. Damit würde auch Hawaii in Reichweite liegen.
USA haben selbst Raketenprobleme
Die Meldung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die USA nach Angaben des „Telegraph“ selbst mit Engpässen bei ihren Raketenbeständen konfrontiert sind. Das Center for Strategic and International Studies (CSIS) schätzt, dass die USA während des sechsmonatigen Krieges im Nahen Osten rund die Hälfte ihrer Bestände an Patriot-, THAAD- und PrSM-Raketen eingesetzt haben. Bei JASSM-, SM-2/3/6- und Tomahawk-Raketen sei etwa ein Drittel der ursprünglichen Bestände verbraucht worden.
Aktuell werden rund 820 Patriot-Abfangraketen und 280 THAAD-Abfangraketen im US-Bestand geschätzt.
China magaziniert auf
China verfügt seinerseits über mehr als 3250 ballistische Flugkörper. Darunter befindet sich auch die DF-41, die laut den Angaben eine Reichweite von bis zu 9320 Meilen, also rund 15.000 Kilometern, erreichen kann. Der entscheidende Unterschied zu herkömmlichen ballistischen Raketen liegt jedoch in der Manövrierfähigkeit.
Während diese überwiegend vom Boden gestartet werden und etwa 20 Minuten bis zum Ziel benötigen, können Hyperschall-Gleitflugkörper ihre Flugbahn während des Anflugs verändern. Ein solcher Flugkörper könnte damit deutlich schwerer vorhersehbar und abzufangen sein.
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