Angst vor Engpässen

Teheran: Iraner hamstern bereits Treibstoff

Außenpolitik
28.08.2026 14:48
Porträt von krone.at
Von krone.at

In der iranischen Hauptstadt Teheran haben Ängste vor Versorgungsengpässen lange Schlangen vor Tankstellen ausgelöst. Autofahrer warteten sogar mitten in der Nacht vor den Zapfhähnen, wie Einwohner berichteten. Die Schlangen seien teils länger als einen Kilometer gewesen, hieß es.

Präsident Massoud Pezeshkian hatte bei einer Kabinettssitzung diese Woche Probleme infolge des Kriegs eingeräumt, den die USA und Israel Ende Februar gegen das Land begonnen hatten.

Aufruf zum Spritsparen
Er rief die Regierung mit ihrer Fahrzeugflotte selbst zu Sparsamkeit auf, wie die auf Wirtschaftsnachrichten spezialisierte Nachrichtenagentur Ilna berichtete. Auch die Bevölkerung müsse kooperieren.

Videos zeigen die langen Schlangen vor den Tankstellen:

Am Montag sei in Teheran so viel Benzin getankt worden wie noch nie in diesem Jahr, berichtete das Portal „Khabaronline“ unter Berufung auf Behörden. Einigen Tankstellen mussten zeitweise den Betrieb einstellen, weil ihnen der Kraftstoff ausgegangen war, sagte der regionale Leiter der Nationalen Erdölgesellschaft, Fereydun Yasemi. Er nannte Gerüchte über Benzin-Engpässe in den sozialen Medien als Grund für die Rekordnachfrage.

Treibstoffdepots bombardiert
Während der schwersten US-israelischen Angriffe im März und Anfang April wurden im Iran auch Energieanlagen, darunter Teile der Öl- und Gasindustrie sowie Treibstoffdepots bombardiert. Nach Regierungsangaben wurde beschädigte Infrastruktur zu Teilen wieder repariert.

Regierung: „Kein plötzlicher Schock“
Die Regierung sei auf alle Szenarien vorbereitet, schrieb ein Pressesprecher im iranischen Präsidialamt auf X. Es werden keinen „plötzlichen Schock“ geben, erklärte Abbas Pasuki. Auch an den Tankkontingenten werde sich zunächst nichts ändern. Um die „Ruhe in der Gesellschaft zu bewahren“, seien einige Politiker verwarnt worden, die Interviews zum Thema Benzin gegeben hätten.

Benzin wird im Iran vom Staat stark subventioniert. Autobesitzer können mit elektronischen Bezahlkarten monatlich bis zu 60 Liter zum vergünstigten Preis tanken. Darüber hinaus wird der Sprit deutlich teurer. An einigen Tankstellen wurde die Abgabe zuletzt rationiert.

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Gerüchte über mögliche Preiserhöhungen gegeben. Vor sieben Jahren löste eine Anhebung der Spritpreise landesweite Proteste aus, die vor allem von Angehörigen der Arbeiterschicht getragen wurden. Der Staat schlug die Demonstrationen gewaltsam nieder. Dabei kamen mehrere Hundert Menschen ums Leben. Die Ereignisse gingen als „blutiger November“ in die Geschichte ein.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

krone.tv

Top 3
Top Gutscheine
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung