Die konstituierende Sitzung des Grazer Gemeinderats ging am Freitag in die Verlängerung: Und im vierten Wahlgang wurde dabei auch Judith Schwentner zur neuen, alten Vizebürgermeisterin gewählt. Auch die NEOS stimmten letztlich für die Grünen-Chefin.
Kurz nach 15 Uhr eröffnete Bürgermeisterin Elke Kahr die Fortsetzung der konstituierenden Sitzung: Zunächst stand dabei die Wahl ihres Stellvertreters auf der Tagesordnung. Wie bei den ersten beiden Wahlgängen am Donnerstag hatte die Volkspartei als zweitstärkste Kraft bei der Gemeinderatswahl Ende Juni das Vorschlagsrecht und blieb bei ihrem Stadtparteichef Kurt Hohensinner.
„Wir hören von der Koalition und vor allem der KPÖ immer vom neuen Stil, jetzt wäre die Möglichkeit, diesen symbolischen Akt der Größe zu zeigen und das Votum der Grazerinnen und Grazer zu respektieren“, stellte ÖVP-Klubobfrau Anna Hopper klar. Doch wie am Tag davor ging sich eine Mehrheit (23:25 Stimmen) nicht aus.
Grüne kamen im vierten Wahlgang zum Zug
Im vierten Wahlgang durften dann auch die Grünen einen Vorschlag machen. Klubobfrau Anna Slama schickte dafür wenig überraschend Kahrs bisherige Stellvertreterin und Koalitionspartnerin Judith Schwentner ins Rennen. „Es geht hier nicht um eine Position, sondern darum, wohin sich die Stadt entwickeln soll. Diese Koalition war schon in den letzten fünf Jahren ein tiefes Bekenntnis zu einer Stadt, die niemanden zurücklässt.“
NEOS stimmten für Schwentner
Schwentner bekam schließlich 27 von 48 Stimmen, 20 fielen auf Hohensinner, eine war ungültig. Letztlich fiel das Ergebnis für die Grüne deutlich klarer aus, als erwartet – was an den beiden NEOS-Mandataren lag, die auch für Schwentner stimmten. „Wir haben in einen gemeinsamen Weg eingeschlagen und können auf eine bewährte Zusammenarbeit und viel Vertrauen aufbauen“, zeigte sich die neue, alte Vizebürgermeisterin erleichtert.
Die Wahl der übrigen Stadtsenatsmitglieder erfolgte dann per Handzeichen: Die Kommunisten Robert Krotzer und Manfred Eber wurden gegen die Stimmen der Freiheitlichen zu Stadträten gewählt, die Wahl von René Apfelknab erfolgte mit drei Gegenstimmen – einstimmig war‘s bei den schwarzen Vertretern Kurt Hohensinner und Claudia Unger.
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