Nach dem Coup in einem Wiener Museum laufen die Ermittlungen weiterhin auf Hochtouren. Inzwischen werden neue, brisante Details bekannt. Ein „Krone“-Lokalaugenschein im Museum für Angewandte Kunst in Wien, am Tag nach dem spektakulären Coup.
Wo einst das millionenschwere Diamant-Collier der Pariser Nobelmarke „Van Cleef & Arpels“ funkelte, erinnert nur noch eine Skizze an das sündteure Schmuckstück, das einst eine Königin zierte – das Papier hängt einsam in einer Vitrine in der Sonderausstellung. Von den beiden Tätern fehlt nach wie vor jede Spur.
Trotz Panzerglas leichtes Spiel
Die „Krone“ konnte inzwischen genauer in Erfahrung bringen, wie der Diebstahl abgelaufen ist: Das Collier war für die Sonderschau „Glanzstücke“ hinter Panzerglas ausgestellt. Die beiden Männer zahlten ihr Eintrittsticket und sind – wie berichtet – als „normale“ Besucher durch das Museum am Stubenring spaziert. Dann ging es Schlag auf Schlag.
40 Mal mit Diamantspitze zugeschlagen
Mit einem mitgebrachten Spezialhammer hat das Duo gezielt mehr als 40 Mal auf das zentimeterdicke Panzerglas eingedroschen, bis es nachgab. Die Aktion dauerte weniger als eine Minute, wie Bilder aus der Überwachungskamera zeigen. Das bedeutet, die Männer mussten für den Raub gezielt trainiert und sich einen Spezialhammer – vermutlich mit Diamantspitze – besorgt haben. Es folgte der gezielte Griff zu dem atemberaubenden Collier des Nobeljuweliers, der zu den Lieblingen von Royals und Stars aus aller Welt zählt.
Echte Profis am Werk, einer mit Schusswaffe
Dann ergriffen die wohl gut trainierten Diebe die Flucht, zu Fuß in Richtung Stadtpark. Sofort war ein Großaufgebot an Einsatzkräften vor Ort. Auch Polizeihunde waren im Einsatz. Nach aktuellem Ermittlungsstand soll zumindest einer der Täter mit einer echten Schusswaffe bewaffnet sein.
Die professionelle Vorgangsweise ähnelt jener des berüchtigten Pink-Panther-Clans. Die Polizei bittet unter 01/31310-33800 weiterhin um Hinweise.
MAK-Direktorin meldet sich zu Wort
„Die Sicherheitsdienstleistungen vor Ort wurden an einen externen Sicherheitsdienstleister vergeben. Nachdem einer der Täter bewaffnet war, hatte für das Sicherheitspersonal oberste Priorität, die Besucher*innen sicher aus den Ausstellungsräumen zu bringen und eine unmittelbare Konfrontation mit den Tätern zu vermeiden“, erklärt MAK-Generaldirektorin Lilli Hollein.
Das Geheimnis hinter dem Schmuck
Besetzt ist das Schmuckstück mit 673 Diamanten. Es war im Auftrag der ägyptischen Königsfamilie entworfen worden. Getragen wurde es von der ägyptischen Königin Nazli 1939 bei der Hochzeit ihrer Tochter Fawzia mit dem iranischen Kronprinzen und späteren Schah Mohammad Reza Pahlavi.
2015 kam das teure Stück beim Auktionshaus Sotheby’s in New York unter den Hammer und wurde für 4,3 Millionen Dollar (3,7 Millionen Euro) ersteigert. Denn die einstige Queen musste verarmt später ihren Schmuck verkaufen.
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