Eltern müssen vor dem Schulbeginn tief in die Tasche greifen. Besonders jene, deren Kinder eine höhere Schule besuchen. Die „Krone“ begleitete eine Mutter beim Einkauf.
Gut zwei Wochen können Kärntens Schüler noch die Sommerferien genießen, bevor sie wieder die Schulbank drücken müssen. Für die Eltern beginnt der „Schulstress“ aber bereits jetzt – immerhin sind Schulmaterialien zu besorgen.
Auch Sandra aus St. Georgen im Lavanttal ist schon mitten in den Vorbereitungen für das kommende Schuljahr. Ihr Sohn Jakob wechselt nämlich von der Unterstufe in die HTL. Und besonders in den höheren Schulstufen ist die Einkaufsliste teilweise sehr speziell. „Prismenmaßstab mit den Maßstäben 1:20, 1:25, 1:50, 1:75 und 1:100 – keine Ahnung was das sein soll“, rätselt die 54-Jährige, die von der Schule eine Liste mit den unterschiedlichsten Materialien erhalten hat. Aber nicht nur das spezielle Lineal wird benötigt: Zirkel, Zeichenplatte und Geodreiecke stehen auf der Einkaufsliste.
Unterrichtsutensilien gehen ins Geld
Während der Kleinkram kostengünstig erscheint, ärgert sich die Mutter über hochpreisige Gegenstände, denn „vor einem Jahr habe ich die gleiche Zeichenplatte nur in einer kleineren Ausführung gekauft. Dieses Jahr braucht er die größere.“ Und die kostet – 65,99 Euro (siehe Grafik unten).
Mir ist aufgefallen, dass der Schuleinkauf teurer wird, je älter die Kinder werden. Dennoch achte ich beim Einkaufen auf Qualität.

Sandra (54)
Bild: Elena Überbacher
Aber auch die Berufskleidung ihres Sohnes kostet ordentlich Geld. 118 Euro muss Sandra dafür löhnen.
Gute Qualität hat ihren Preis – aber hält
Und trotz der teils hohen Kosten für Unterrichtsmaterialien in den berufsbildenden höheren Schulen setzt die Volksschullehrerin auf Qualität. „Mir ist es wichtig auf Qualität zu achten. Ich kaufe lieber etwas Teureres, bevor es wegen mangelnder Qualität kaputtgeht und ich es erneut besorgen muss“, erzählt die 54-Jährige beim Einkauf mit der „Krone“.
Am Ende muss die Mutter schon vor dem Schulstart ihres Sohnes satte 244,69 Euro hinblättern. Bei dem stolzen Preis sind aber nicht Hefte, Stifte und Co. inkludiert. Diese kaufte die Lavanttalerin bereits über das Jahr hinweg. Eines zeigt sich bei der „Shopping-Tour“ mit Sandra, „dass der Schuleinkauf teurer wird, je älter die Kinder werden.“
Und das belegen auch die Zahlen. Immerhin müssen Herr und Frau Österreicher im Schnitt bis zu 830 Euro für die Schulutensilien des Nachwuchses bezahlen.
Kurz vor dem Schulbeginn haben Schulartikelgeschäfte alle Hände voll zu tun. Mit dabei ist auch die kleine Trafik Offner in der Unterkärntner Ortschaft Lavamünd. Marion Offner betreibt diese schon seit 25 Jahren. „Schon damals hat es bei uns den Zusammenstell-Service von Schulartikeln vor dem Schulbeginn gegeben“, erzählt Offner.
„Wir haben in unserer Gemeinde eine Volksschule und vor dem Schulbeginn geben viele Eltern ihre Bedarfslisten bei uns ab. Wir stellen die Materialien dann kostenlos für sie zusammen“, erzählt die Trafikbesitzerin. Neben verschiedenen Stiften, Zeichenblöcken und Heften, kann man bei Marion auch Werkkoffer und Federpenale kaufen.
„Die Eltern zeichnen uns auf den Schulbedarfslisten oft an, welche Dinge wir herrichten sollen oder streichen jene durch, die schon besorgt wurden“, schildert die Unternehmerin. „Zu uns kommen teilweise berufstätige Eltern, die oft wenig Zeit für den Schuleinkauf haben. Der Service vereinfacht den Alltag.“
Und wie schaut es preislich in der Trafik, die auch unter dem Jahr Schulsachen anbietet aus? „Wir unterscheiden uns kaum von den herkömmlichen Anbietern. Wie viel ein Schuleinkauf letztendlich kostet, ist von vielen Faktoren abhängig“, so Offner. Sie verweist auf verschiedene Marken, die unterschiedlich viel Geld kosten. „Wenn Eltern mit einer Schulbedarfsliste für einen Erstklässler in der Volksschule kommen, rechne ich mit 120 Euro. Da ist man aber komplett neu ausgestattet“, ergänzt die Besitzerin.
In ihrer Trafik achtet sie auf Qualitätssachen. „Ich verkaufe nur Produkte, von denen ich auch selbst überzeugt bin, dass sie gut sind.“ Denn immerhin seien die Sachen, die sie verkauft ja die Arbeitsmaterialien der Kinder. „Da möchte ich schon, dass sie auch länger daran eine Freude haben“. Die Trafikantin steht außerdem in Kontakt mit den Volksschullehrern in der Ortschaft. „Dort frage ich auch nach, welche Dinge benötigt werden.“
Wie viel ein Schuleinkauf letztendlich kostet, ist von vielen Faktoren abhängig!
Marion Offner
Neben verschiedenen Stiften, Zeichenblöcke und Heften, kann man bei Marion auch Werkkoffer und Federpenale kaufen. Die Preise unterscheiden sich kaum von herkömmlichen Schulsachenanbietern. „Es ist ganz unterschiedlich, wie viel ein Schuleinkauf letztendlich kostet“, weist die Trafikbesitzerin auf die verschiedene Marken und ihre Preise hin. „Im Durchschnitt sind es zwischen 60 und 100 Euro“, ergänzt Marion.
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