Krim-Kongo-Fieber

Seltenes Virus: Frau auf Wiener Seuchenstation

Wien
28.08.2026 18:04

Erstmals in der heimischen Gesundheitsgeschichte gibt es einen Fall vom Krim-Kongo-Fieber im Land. Die heimtückische Viruserkrankung wurde bei einem Test der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) in Wien nachgewiesen. Es gibt keinen Impfstoff dagegen – die Mortalitätsrate ist hoch!

In der Klinik Favoriten wird derzeit eine Frau mit einer bestätigten Infektion des Krim-Kongo-Fiebers behandelt. Nach einem Aufenthalt im Ausland seien Symptome aufgetreten, die Patientin habe „zeitnah“ medizinische Unterstützung gesucht, hieß es am Freitagabend.

Zur Stunde kämpfen Ärzte in Schutzanzügen auf der hochspezialisierten Seuchenstation der Klinik um das Leben der Erkrankten. Das Virus dürfte bei einem längeren Aufenthalt bzw. Urlaub aus der Türkei eingeschleppt worden sein.

Erkrankte isoliert
Die Patientin wurde entsprechend den geltenden medizinischen und hygienischen Standards isoliert. So wie bei Ebola kann es im weiteren Verlauf zu schweren inneren und äußeren Blutungen führen. Folgefälle bei engen Kontaktpersonen sind jedenfalls nicht auszuschließen.

Das Krim-Kongo-Fieber

Das Krim-Kongo-Fieber wird hauptsächlich über infizierte Hyalomma-Zecken übertragen, welche vereinzelt auch schon in Österreich gesichtet wurden. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist äußerst unwahrscheinlich.

Die Riesenzecke Hyalomma marginatum
Die Riesenzecke Hyalomma marginatum(Bild: APA/KLAUS ZIMMERMANN)

 Als Wirte des Virus fungieren Haus- und Wildtiere. Eine Übertragung kann auch über den Kontakt mit infiziertem Blut oder Fleisch erfolgen.

Symptome: plötzlich hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Erbrechen oder Durchfall. Es kann auch zu allgemeinen Blutungen kommen.

Jeder zweite Patient stirbt
Je nach Stamm, Schweregrad und medizinischer Versorgung liegt die Mortalitätsrate beim Krim-Kongo-Hämorhagischen-Fieber bei bis zu 50 Prozent. Das heißt: Jeder zweite Patient stirbt.

Ein Impfstoff steht derzeit nicht zur Verfügung. Auch die Therapie bekämpft eigentlich nur die Symptome, bei schweren Verläufen geht es in erster Linie um die Sicherung der lebensnotwendigen Vitalfunktionen ...

„Ist in besten Händen“
„Die Patientin ist in besten Händen und wird von einem Team aus Expertinnen und Experten umfassend betreut“, sagte Christoph Wenisch, Leiter der Infektiologie und Tropenmedizin der Klinik Favoriten.

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