Zu klein für Handel

Bleiben Obstbauern heuer auf Äpfeln sitzen?

Burgenland
28.08.2026 05:59

Zu klein für die „Zielgröße“ des Handels sind heuer viele Äpfel. Schuld daran sind die lange Trockenheit und die Hitze. Jetzt wird befürchtet, dass die Konkurrenz aus dem Ausland zum Zug kommen könnte.

Die gute Nachricht zuerst: Die heimischen Äpfel haben heuer viel Sonne abbekommen und sind daher von bester Qualität sowie bestem Geschmack. In Sachen Größe sind die Früchte allerdings großteils kleiner als in der Vergangenheit. Durch die Trockenheit fehlte das Wasser, erklärt Johann Plemenschits, Präsident des Obstbauverbandes. Aber auch die Hitze habe zu kleinerem Obst geführt, weil alles über 30 Grad Celsius großen Stress für die Bäume bedeute. Das Ergebnis ist, dass dieses Jahr mit fast einem Drittel weniger Ertrag gerechnet wird.

Ketten seien Produzenten treu
Ob die Größe für die Anforderungen des Handels ausreichen wird, wird sich zeigen. Die österreichischen Handelsketten seien den heimischen Produzenten sehr treu, meint Plemenschits. Schließlich würden sie gern mit Regionalität werben. Aber die Versuchung sei groß, auf ausländische Ware zurückzugreifen, wenn in rund einem halben Jahr die Ernte in der „südlichen Hemisphäre“ beginne und dort die „Zielgrößen“ verfügbar seien. Hinzu komme, dass in Europa in den Lagern noch „alte“ Ware liege und jetzt neue dazukomme. „Das drückt auf den Preis“, so Plemenschits.

Kaum andere Möglichkeiten
Für die Produzenten bedeute das: geringerer Preis trotz höherer Kosten und weniger Ertrag. Andere Möglichkeiten, die Äpfel zu verkaufen oder zu verwerten, gibt es kaum. 95 Prozent der Ware würden an die vier großen Handelsketten verkauft, erklärt der Obstbaupräsident.

Burgenlands Landwirtschaftskammer-Präsident Nikolaus Berlakovich zeigt sich dennoch zuversichtlich, dass der Handel auch die kleineren Äpfel nehmen wird, um regionales Obst in den Regalen zu haben. Außerdem bleibe ein Kilo Äpfel weiter ein Kilo Äpfel, selbst wenn die Früchte kleiner sind. „Wer heimische Äpfel kauft, unterstützt damit direkt unsere Bauern.“

Maßnahmen gefragt
Aus der Sicht von Plemenschits braucht es aber langfristige Maßnahmen, um den Obstbauern künftig eine Perspektive zu bieten. Es müsse sichergestellt werden, dass auch in Trockenzeiten Wasser vorhanden ist. Eine Möglichkeit sei, Staustufen in Flüssen einzurichten, damit das Wasser nicht so schnell abfließe – alles natürlich im Einklang mit dem Hochwasserschutz.

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