Sie kamen als Besucher in ein Wiener Museum – und verließen es mit einem immens wertvollen Collier aus den späten 1930er-Jahren. Nach dem spektakulären Schmuckdiebstahl in der Innenstadt veröffentlichte die Polizei in der Nacht Bilder der beiden Tatverdächtigen. Eine Großfahndung war im Gange. Die Ermittler hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung – der Wert der Beute dürfte in die Millionen gehen.
In der gesamten Innenstadt waren bis in den Abend hinein zahlreiche Einsatzkräfte wegen der Fahndung nach den Verdächtigen unterwegs. Auch die Kulturgutfahndung des Bundeskriminalamts wurde eingeschaltet.
Die beiden Männer sollen am Donnerstag gegen 14 Uhr im Museum für angewandte Kunst (MAK) in der Wiener Innenstadt eine Glasvitrine mit einem Hammer eingeschlagen und daraus das Ausstellungsstück entnommen haben. Anschließend flüchteten die Tatverdächtigen mit dem Schmuckstück.
Vermutet wird ein „Auftragsjob“ – dem Vernehmen nach, dürfte es sich um einen gezielten Coup einer am Balkan ansässigen Gruppierung handeln. Derzeit werden Videos rund um das MAK ausgewertet.
Wer kennt diese Männer?
Die Polizei bittet nun um Hinweise zu den beiden Tatverdächtigen. Auch Informationen zum gestohlenen Collier können für die Ermittler wichtig sein. Sachdienliche Hinweise werden – auch anonym – an das Landeskriminalamt Wien unter der Telefonnummer 01-31310-33800. erbeten. Wer einen der Männer erkennt oder Angaben zum Verbleib des gestohlenen Colliers machen kann, sollte sich daher direkt an die Polizei wenden.
Schmuck aus Van-Cleef-Ausstellung
Nach der bisherigen Ermittlungen betraten die beiden Männer das Museum zunächst „wie normale Besucher“. Ihr Interesse galt der aktuellen Ausstellung „Glanzstücke“, die Schmuckstücke von Van Cleef & Arpels sowie Objekte aus der MAK-Sammlung zeigt.
Insgesamt umfasst die Ausstellung rund 500 Exponate – mehr als 300 davon stammen von Van Cleef & Arpels, weitere über 200 aus der Sammlung des Museums.
Schmuckstück der ägyptischen Königsfamilie
Wie die „Krone“ bereits berichtete, handelt es sich bei dem gestohlenen Stück um ein Unikat, Wert-Schätzungen gehen dabei bis zu fünf Millionen Euro – mit 673 Diamanten und 200 Karat ...
Laut Aufschrift auf der Glaswand des Museums handelt es sich um ein Stück, das im Auftrag der ägyptischen Königsfamilie entworfen wurde. Getragen wurde es demnach von der ägyptischen Königin Nazli 1939 bei der Hochzeit ihrer Tochter Fawzia mit dem iranischen Kronprinzen und späteren Schah Mohammad Reza Pahlavi.
MAK bleibt geöffnet, „Glanzstücke“ nicht
Das Museum bleibt mit Ausnahme der betroffenen Ausstellung geöffnet, hieß es am Abend. Man gehe aber davon aus, dass auch diese in Kürze wieder für Besucherinnen und Besucher zugänglich sein wird. Dank der Sicherheitskräfte und der Polizei habe der Vorfall unter Kontrolle gebracht werden können, niemand sei zu Schaden gekommen.
Erinnerung an spektakulären Saliera-Diebstahl
Der aktuelle Coup weckt jedenfalls Erinnerungen an einen der bekanntesten Kunstdiebstähle Österreichs: Am 11. Mai 2003 wurde die berühmte Saliera von Benvenuto Cellini aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien gestohlen. Der Täter war damals über ein Baugerüst in das Museum eingestiegen.
Das goldene Salzfass wurde später wiedergefunden. Der Dieb stellte sich und wurde zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Die Saliera wurde nach dem Diebstahl speziell gesichert.
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