Nach jahrelangem Hin und Her ist der „Schandfleck“ in Nikitsch nun endlich weg. Doch offenbar dürfte beim Abbruch nicht auf vorhandene Asbest-Platten geachtet worden sein.
Eine lange Vorgeschichte hat das alte Zollhaus in Nikitsch. Wie berichtet, gab es ein langes Tauziehen zwischen der Behörde und dem Besitzer der baufälligen Immobilie. Am Ende setzte sich die Bezirkshauptmannschaft durch und ordnete den Abriss des heruntergekommenen Gebäudes an. Vor wenigen Tagen war es auch soweit: Mithilfe eines Baggers wurde das Haus dem Erdboden gleich gemacht.
Asbest-Platten „pulverisiert“
Allerdings ist die Sache damit noch nicht erledigt. Denn laut dem Nikitscher Gemeinderat Vinzenz Fleischhacker (Liste FGM) waren asbesthaltige Eternitplatten Teil des Baus. Asbesthaltiges Material bei Abbrucharbeiten muss unter besonderen Vorkehrungen entfernt und getrennt entsorgt werden. Fleischhacker gibt nun an, dass genau das nicht passiert sei. Stattdessen seien die Platten mit dem Bagger zertrümmert und danach mit einer mobilen Brechanlage vor Ort „pulverisiert“ worden.
Sachverhaltsdarstellung an die WKStA geschickt
„Während der normale Bürger wegen einer zehn Zentimeter großen Eternitplatte auf der Deponie bis aufs Blut schikaniert wird, gewährt die Obrigkeit hier einer unqualifizierten Firma einen absoluten Freibrief“, ärgert sich der FGM-Gemeinderat. Er hat wegen der Sache sogar eine Sachverhaltsdarstellung an die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft geschickt.
Nach Hinweis sofort reagiert
Seitens der Behörde heißt es dazu, dass im Vorfeld der Arbeiten keine Hinweise vorlagen, dass asbesthaltige Fassadenplatten vorhanden sein könnten. Unmittelbar nach dem Hinweis auf nicht ordnungsgemäße Asbestabbruchsarbeiten habe man die Firma angewiesen, dass die betroffenen Platten und der mit Plattenteilen versetzte Bauschutt getrennt zu entsorgen sind. Ein entsprechender Nachweis, dass das passiert ist, sei inzwischen schon von dem ausführenden Unternehmen übermittelt worden.
Arbeitsinspektorat eingeschaltet
Auf die Frage wegen einer möglichen Gesundheitsgefährdung wird mitgeteilt, dass inzwischen das Arbeitsinspektorat hinzugezogen wurde, um den Fall zu prüfen. „Nach Kenntnisnahme einer möglichen Asbestbelastung wurden seitens der zuständigen Behörde unverzüglich alle erforderlichen Schritte und notwendigen Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen veranlasst“, wird betont.
Prüfung läuft
Man werde als Behörde die weitere Aufklärung begleiten und die Ermittlungen der WKStA im Rahmen ihrer gesetzlichen Zuständigkeiten unterstützen. Derzeit werde eine Prüfung durchgeführt.
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