Diesen Befreiungsschlag hat die WSG gebraucht. Beim Aufsteiger Austria Lustenau feierten die Tiroler mit dem souveränen 4:0-Erfolg den ersten Saisonsieg.
Die WSG war bei strömendem Regen vor 4.219 Zuschauern von Beginn an die gefährlichere Mannschaft. Die neue Rapid-Leihgabe Moritz Oswald überzeugte auf der linken Außenbahn. Phillip Böhm, der anstelle des gesperrten Domenik Schierl im Lustenau-Tor sein Bundesliga-Debüt gab, musste bereits nach zwei Minuten gegen Baden Frederiksen eingreifen. Derselbe verpasste ein Zuspiel von Olakigbe im Strafraum nur knapp (21.).
Baden Frederiksen, den WSG-Trainer Philipp Semlic anstelle von Lukas Hinterseer diesmal an vorderster Front aufgeboten hatte, hatte auch bei der Entstehung der Führung seine Beine im Spiel: Der Däne behauptete sich auf der rechten Seite gegen Danilo Soares, die abgefälschte Flanke von Husein Balic verwertete der im Zentrum freistehende Olakigbe per Volley. Balic hätte zwei Minuten später beinahe auf 2:0 erhöht. Nach Fehler von Niklas Pertlwieser überdribbelte der Flügelspieler Böhm, traf aus spitzem Winkel aber nur das Außennetz. Auf der Gegenseite parierten WSG-Goalie Salko Hamzic und die Stange im Verbund einen direkten Corner (45.+1).
Doppelpack von Baden Frederiksen
Nach Seitenwechsel sorgte die WSG für klare Verhältnisse. Erst traf der von Olakigbe eingesetzte Baden Frederiksen mit einem überlegten Linksschuss ins lange Eck. Nach einer Stunde verwertete Striednig einen Corner von Thomas Goiginger per Kopfball-Bogenlampe ebenfalls dort. Doch damit nicht genug: Nach einer missglückten Faustabwehr von Böhm, der dabei Gegenspieler Drew Murray am Kopf berührte, gab es nach Entscheid des Video-Assistenten (VAR) Elfmeter. Baden Frederiksen verwertete sicher.
Der Sekunden zuvor eingewechselte WSG-Profi Raphael Gschösser traf nach einem Corner mit einem Dropkick die Latte (79.). Precious Benjamin und Seydou Diarra ließen mit einer Doppelchance Lustenaus beste Gelegenheiten auf den Ehrentreffer liegen (82.). Die Wattener holten damit nach einem 5:1 im Oktober 2022 beim TSV Hartberg den zweithöchsten Bundesliga-Auswärtssieg ihrer Geschichte. Sie haben nun vier der jüngsten fünf Oberhaus-Auftritte in Lustenau gewonnen.
Für die Lustenauer, die zuletzt bei einem 1:1 bei Sturm Graz überzeugt hatten, setzte es einen herben Dämpfer. Die Vorarlberger hatten bis dahin nicht nur in dieser Saison noch kein Heimspiel verloren. Wettbewerbsübergreifend hatten sie in den jüngsten 20 Pflichtpartien im eigenen Stadion nur eine Niederlage kassiert – im März in der 2. Liga gegen die Vienna (0:3). Dem Aufsteiger gelang im fünften Ligaspiel der Saison erstmals kein Torerfolg.
Bundesliga (5. Runde):
SC Austria Lustenau – WSG Tirol 0:4 (0:1)
Sun Minimeal Arena, 4.219 Zuschauer, SR Baumann
Tore: 0:1 (42.) Olakigbe 0:2 (52.) Baden Frederiksen 0:3 (60.) Streidnig 0:4 (66.) Baden Frederiksen (Elfmeter)
Lustenau: Böhm – Gmeiner (74. Anilson), Chukwu, Pertlwieser (86. Voisine), Soares – Kacuri – Weixelbraun, Afrifa (67. Delaye), Diarra, Gashi (67. Jastremski) – Verinac (67. Benjamin)
WSG: Hamzic – Murray (87. Jaunegg), Boras, D. Gugganig, Oswald – Satin (71. Celic), Striednig – Balic (78. Bedianashvili), Goiginger (78. Gschösser), Olakigbe – Baden Frederiksen (71. Hinterseer)
Gelbe Karten: Verinac, Böhm bzw. Oswald
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