Befremdliche Postings

Hamas-Fan und Jordanien-Feind erneut vor Gericht

Vorarlberg
28.08.2026 04:59
Porträt von Chantal Dorn
Von Chantal Dorn

Erst wollte er das jordanische Konsulat in Dornbirn „brennen lassen“, dann soll er in den sozialen Medien die Verbrechen der Hamas verherrlicht haben: Ein 30-jähriger Asylwerber muss sich derzeit am Landesgericht Feldkirch verantworten.

Seit vier Jahren wartet der Jordanier in Österreich auf den Abschluss seines Asylverfahrens. „Ich werde in meinem Heimatland verfolgt, weil ich gegen die Regierung bin.“ Ausgerechnet im sicheren Österreich hat ihm sein Hass auf die jordanische Obrigkeit schon eine Vorstrafe eingebracht – und jetzt droht die nächste.

Die Vorgeschichte: Trotz Betretungsverbots drang der auf Social Media überaus aktive Mann im August 2025 ins jordanische Konsulat in Dornbirn ein, wetterte per Livestream gegen die Regierung seines Heimatlandes und drohte, das Konsulat „brennen zu lassen“. Der Staatsschutz ermittelte, am Landesgericht Feldkirch setzte es eine teilbedingte Geldstrafe.

Versuch, Beweise zu vernichten
Seit Donnerstag steht der Jordanier nun erneut vor Gericht – wieder wegen seiner Social-Media-Aktivitäten. Laut Anklage soll er im Oktober auf seinen Accounts Straftaten der Terrororganisation Hamas in Israel gepostet und gutgeheißen haben. Dazu kommt der Vorwurf der Beweismittelvernichtung: Bei einer Hausdurchsuchung soll er ein Handy mehrfach gegen die Tischkante geschlagen haben. Ein zweites Gerät wollte er vom Stativ reißen – das konnte eine einschreitende Beamtin gerade noch verhindern.

Kein Anwalt: Prozess wurde vertagt
Vor Gericht bekennt sich der Angeklagte nicht schuldig: „Es stimmt nicht, dass ich die Hamas gefeiert habe.“ Dann gerät der Prozess ins Stocken: Der Mann legt dem Richter ein Schreiben der Caritas vor und bittet um einen Rechtsvertreter, da er sich nicht in der Lage sehe, sich selbst zu verteidigen. Sowohl die Staatsanwältin als auch der Richter zeigen aufgrund der komplexen Rechtslage dafür Verständnis. Fortgesetzt wird der brisante Prozess am 1. Oktober – dann könnte auch die Frage nach dem Asylstatus des 30-Jährigen neu aufgerollt werden.

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