Zwei Fabel-Weltrekorde in Zürich! Der Letzigrund stand Kopf! Erst lief der Brasilianer Alison dos Santos über 400 m Hürden in 45,80 eine sensationelle neue Bestmarke. Wenig später folgte die US-Amerikanerin Masai Russell, als sie über 100 m Hürden sagenhafte 12,09 lief.
Der 26-jährige Alison dos Santos, Weltmeister von 2022, verbesserte den bisherigen Weltrekord von Karsten Warholm (45,94) um 14 Hundertstel. „Heute in der Früh war ich mir sicher, dass ich einen neuen Weltrekord lief, ich fühlte, dass ich in der Form meines Lebens bin“, meinte dos Santos, schon zweimal Dritter bei Olympia. Erster Gratulant war Warholm (Nor), der in diesem irrwitzigen Rennen Zweiter in 46,69 wurde.
Bestzeit lag in der Luf
Dann der Fabel-Weltrekord von Masai Russell! Eine Verbesserung der alten Bestmarke von Tobi Amusan (Nig/12,12) lag heuer schon in der Luft. In Zürich ist es jetzt passiert. Masai Russell, die 26 Jahre alte Olympiasiegerin aus den USA, verbesserte den Weltrekord um drei Hundertstel auf 12,09. 23.000 Zuschauer feierten die neue Weltrekordlerin!
Fast ein dritter Weltrekord
Selbst ein dritter Weltrekord lag in der Luft. Im wahrsten Sinne des Wortes! Sowohl Mondo Duplantis (Sd) als auch Emmannouil Karalis (Gr) versuchten sich im Stabhochsprung an der neuen Weltekordhöhe von 6,32 m. In einem denkwürdigen Wettkampf gewann schließlich Mondo Duplantis mit 6,25 m vor dem Griechen, der erstmals 6,20 m meisterte.
Werro gewann 800-m-Hit
Zum Abschluss des sensationellen Abends gewann Audrey Werro den mit Spannung erwarteten 800-m-Hit mit neuem Schweizer Landesrekord von 1:53,70. Damit näherte sie sich wieder ein Stückchen dem Uralt-Weltrekord von Jarmila Kratochvilova (1:53,28). Als Zweite lief Femke Broeders-Bol erneut holländischen Rekord mit 1.54,71. Ihre Leistungen auf der doppelten Stadionrunde sind einfach grandios.
Der 25. und 26. Weltrekord
Erst war der größte Abend in Zürich seit langer Zeit! Durch die neuen Bestmarken war das lange Warten auf einen neuen Weltrekord auf dem Letzigrund vorbei. Denn die bisher letzte Bestmarke datierte von 2009, als Jelena Isinbajawe mit dem Stab über 5,06 geflogen war. Insgesamt hat Zürich jetzt seit 1959, als Martin über 110 m Hürden und 200 m Hürden die ersten Höchstleistungen erzielt hatte, 26 Weltrekorde erlebt.
Alle 26 Weltrekorde von Zürich:
1959: 110 m Hürden Martin Lauer (D) 13,2
1959: 200 m Hürden Martin Lauer (D) 22,5
1960: 100 m Armin Hary (D) 10,0
1969: 110 m Hürden Willie Davenport (USA) 13,2
1973: 110 m Hürden Rod Milburn (USA) 13,1
1975: Diskus Faina Melnik (UdSSR) 70,20
1979: 1500 m Sebastian Coe (Gb) 3:32,03
1980: 1500 m Tatjana Kasankina (UdSSR) 3:52,47
1981: Meile Sebastian Coe (Gb) 3:48,53
1981: 110 m Hürden Renaldo Nehemiah (USA) 12,93
1984: 100 m Evelyn Ashford (USA) 10,76
1985: Meile Mary Slaney-Decker (USA) 4:16,71
1988: 400 m Harry Butch Reynolds (USA) 43,29
1989: 110 m Hürden Roger Kingdom (USA) 12,92
1991: 4 x 100 m USA 37,67
1992: Hindernis Moses Kiptanui (Ken) 8:02,08
1995: Hindernis Moses Kiptanui (Ken) 7:59,18
1995: 5000 m Haile Gebrselassie (Äth) 12:44,39
1996: Meile Swetlana Masterkowa (Russ) 4:12,56
1997: Hindernis Wilson Boit Kipketer (Ken) 7:59,08
1997: 800 m Wilson Kipketer (Dä) 1:41,24
1997: 5000 m Haile Gebrselassie (Äth) 12:41,86
2006: 100 m Asafa Powell (Jam) 9,77
2009: Stab Jelena Isinbajewa (Rus) 5,06 m
2026: 400 m Hürden Alison dos Santos (Bra) 45,80
2026: 100 m Hürden Masai Russell (USA) 12,09
„Weltklasse“ Zürich führt fälschlicherweise auf die Bestmarke von 100 m Carl Lewis (USA) 9,93 aus 1988 als Weltrekord. Diese Zeit aber wurde nie vom Weltverband als Weltrekord anerkannt, da keine Dopingprobe genommen wurde.
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