Gespräche gescheitert

Weißes Haus verhängt wieder Zölle gegen Kanada

Außenpolitik
22.08.2026 19:32
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die US-Regierung hat wieder Zölle gegen Kanada verhängt – und zwar in der Höhe von 50 Prozent auf bestimmte Importe. Die Zölle sollen unter anderem auf Wein, Milchprodukte, Möbel und Hockeyschläger erhoben werden. Man habe bis zur letzten Minute hart an einem Abkommen gearbeitet, hieß es aus Kanada.

Die Zölle betreffen Waren im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar und sind bereits in Kraft getreten. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer bestätigte das Scheitern der Verhandlungen. Kanada habe es abgelehnt, das Abkommen zu den vereinbarten Bedingungen abzuschließen, sagte er. Neue Forderungen des Nachbarlands hätten das erzielte Gleichgewicht ins Wanken gebracht.

Kanadas Ministerpräsident Mark Carney sagte, die Gespräche mit den USA ausgesetzt zu haben, und kündigte Vergeltungsmaßnahmen im gleichen finanziellen Umfang an. Er habe die Unterhändlerinnen und Unterhändler angewiesen, nach Ottawa zurückzukehren, sagte er. Die kurzfristigen Änderungen an den von den USA vorgeschlagenen Bedingungen seien jedoch unfair und wirtschaftlich nicht tragfähig gewesen. 

Von links: Mark Carney und Donald Trump (Archivbild)
Von links: Mark Carney und Donald Trump (Archivbild)(Bild: AP/Adrian Wyld)

Gegenzölle kommen im September
Nun geht der Handelsstreit in die nächste Runde. Die kanadischen Gegenzölle sollen ab dem 8. September gelten und Produkte wie Stahl, landwirtschaftliche Ausrüstung, Zellstoff, Papier und Elektronik umfassen. „Kanada wird die neuen Zölle aus Washington Dollar für Dollar erwidern, um kanadische Arbeitnehmer, Landwirte, Familien und Unternehmen zu schützen. Wir können das, was sie angeboten haben, nicht akzeptieren, und wir werden nicht das geben, was sie verlangt haben“, sagte Carney.

Laut Berichten hatten Unterhändlerinnen und Unterhändler beider Länder bis zum letzten Moment verhandelt. Laut einer Erklärung aus dem Weißen Haus vom Juli reagieren die USA „auf Kanadas diskriminierende Behandlung amerikanischer Produkte“. Genannt wurden etwa Autos, Alkohol und Milchprodukte. Insgesamt importierten die USA im Jahr 2025 Waren im Wert von 383 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 330 Milliarden Euro) aus Kanada.

Beziehungen verschlechtert
Die Beziehungen zwischen Kanada und den USA haben sich seit Trumps Amtsantritt deutlich verschlechtert. Auslöser sind unter anderem bereits verhängte Zusatzzölle, wiederholte Drohungen des US-Präsidenten gegen Kanada sowie seine mehrfach geäußerte Idee, das Nachbarland zum 51. Bundesstaat der Vereinigten Staaten zu machen. Als Reaktion auf die US-Zölle entfernten viele kanadische Provinzen etwa Alkohol aus den Vereinigten Staaten aus Verkaufsregalen und riefen die Bevölkerung zum Kauf heimischer Produkte auf.

Am Mittwoch sagte Trump noch, dass sich beide Seiten auf ein Abkommen geeinigt hätten. Später ruderte er zurück. Nun wurde bestätigt, dass es keine Einigung im Handelsstreit gibt.

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