Trans-Häftlinge

Wenn Frauen im Gefängnis mit Männern sitzen

Gericht
07.10.2026 17:34

Immer wieder sorgen Fälle von verurteilten Transpersonen für Schlagzeilen. Für ihre Inhaftierung gibt es keine durchgängige Richtlinie. In Österreichs Gefängnissen saßen mit Stand Mai 2025 drei transsexuelle Häftlinge ein. Indes streitet Ex-Rotlicht-Boss Waltraud P. bzw. Walter weiter um einen Aufenthalt im Frauengefängnis. 

Es ist eine Herausforderung, vor der nicht nur österreichische Behörden: Wo sollen transsexuelle Verurteilte ihre Haftstrafen absitzen? Erst der jüngste Fall einer Ex-Polizistin, die in Oberbayern im Landgericht Traunstein wegen Vergewaltigung einer 15-Jährigen zu drei Jahren Gefängnis verurteilt wurde, stößt diese Diskussion wieder an. Die als Mann Geborene saß zuerst in U-Haft in einer Frauenabteilung, wurde dann wegen Anfeindungen aber verlegt. Wie es jetzt weitergeht? Unklar ...

Trans-Neonazi sorgte für Aufsehen
Ein weiterer prominenter deutscher Fall: Neonazi Marla Svenja Liebich. Offiziell gilt sie nun als Frau, wurde jedoch 2023 noch als Mann wegen Volksverhetzung zu einer Haftstrafe verurteilt – und die sitzt im Männergefängnis. Eine Entscheidung, die jede Justizvollzugsanstalt individuell treffen darf.

Drei Transsexuelle in Österreichs Häfen
Auch in Österreich: Stand Mai 2025 waren in den heimischen Gefängnissen drei Transpersonen inhaftiert – eine davon in einer Frauenabteilung. Sechs Insassen und Insassinnen haben in den letzten zehn Jahren ihr Geschlecht während ihres Gefängnisaufenthalts geändert. Fünf davon zu „weiblich“.

Walter bzw. Waltraud P. (re.) mit seinem Anwalt Nikolaus Rast. Gegen den letzten ...
Walter bzw. Waltraud P. (re.) mit seinem Anwalt Nikolaus Rast. Gegen den letzten Behördenbescheid erhoben sie Einspruch.(Bild: Zwefo)

Ein Fall der in Österreich erst kürzlich für Aussehen sorgte: die „Causa Waltraud“. Der Ex-Rotlicht-Boss Walter P. wollte unbedingt ins Frauengefängnis, änderte daraufhin kurzerhand sein Geschlecht auf „weiblich“. Damit die 61-Jährige die Haftstrafe über 32 Monate, zu der sie im Dezember verurteilt wurde, in der Justizanstalt Schwarzau absitzen kann. 

Im Februar machte die Behörde mit einem Bescheid aus Waltraud aber wieder Walter. Die Noch-Frau erhob Einspruch, erhielt nun aber die Aufforderung zum Haftantritt in der JA Josefstadt – im Männertrakt. Am 3. November soll im Landesverwaltungsgericht Wien die Geschlechterfrage rund um Walter bzw. Waltraud endgültig geklärt werden.

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