Dennoch viele Tote

Ukrainische Luftwaffe schießt mehr neue Drohnen ab

Außenpolitik
07.10.2026 17:09
Porträt von krone.at
Von krone.at

Bei einem der schwersten russischen Raketen- und Drohnenangriffe in der Ukraine sind am Mittwoch mehr als 20 Menschen getötet worden. Der Kriegsgegner habe 70 Raketen sowie zahlreiche Drohnen abgefeuert, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Ungefähr 80 Prozent der neuen düsengetriebenen Drohnen wurden abgefangen.

Das teilte die ukrainische Luftwaffe mit. Dieser Wert ist eine deutliche Steigerung im Vergleich zu den vergangenen Wochen, in denen die Abfangquote im Schnitt bei 50 bis 60 Prozent lag. Die russische Armee setzt seit dem Sommer verstärkt diese schnellen Drohnen ein, um die ukrainische Luftabwehr zu überwinden. Seither ist es schwieriger geworden, Städte wie Kiew vor den Attacken zu schützen. Frühere Typen hatten einen Propeller und flogen niedriger. Die neuen Drohnen sind schneller und fliegen höher. Der neueste Typ Geran-5 fliegt nach Angaben des Militärgeheimdienstes HUR der Ukraine 450 bis 600 Kilometer pro Stunde schnell und maximal 6000 Meter hoch.

Gegen diese Drohnen sind unter anderem ukrainische Kampfjets im Einsatz sowie Systeme wie Patriot und Nasams, die ursprünglich zur Abwehr ballistischer Angriffe bestimmt sind. Selenskyj sagte jetzt aber, dass ballistische Raketen weiterhin die größte Bedrohung seien und es weitere Patriot-Luftabwehrsysteme bräuchte, um das Leben der Menschen zu schützen.

Neue Gelder von der EU
Die Ukraine erhält nun weitere Gelder für die Drohnenbeschaffung aus dem Unterstützungsdarlehen der EU, wie die EU-Kommission am Mittwoch mitteilte. 1,24 Milliarden Euro von insgesamt 90 Milliarden wurden für Drohnen-Abfangsysteme, Drohnenmunition und Raketen ausgezahlt. Weitere Auszahlungen sollen in den kommenden Wochen folgen.

Am Mittwoch war die ukrainische Energieinfrastruktur das Hauptziel der russischen Armee. Mehr als 20 Menschen kamen ums Leben, darunter auch Kinder. Etwa 90 weitere Personen wurden verletzt. Das russische Verteidigungsministerium sprach von einem „massiven Schlag“ mit Präzisionswaffen gegen die Rüstungsindustrie. Ziel seien unter anderem Standorte des Rüstungsunternehmens Fire Point gewesen, das Marschflugkörper und Drohnen herstellt. Das ukrainische Energieministerium hat in fünf Regionen Notabschaltungen des Stromnetzes eingeleitet.

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