Lettlands Behörden haben einen Tunnel unter einem Grenzzaun entdeckt, durch den Migrantinnen und Migranten aus Belarus kommen konnten. Zunächst hatte der Grenzschutz 28 Menschen aufgegriffen, die illegal die EU-Außengrenze überschritten hatten. Dann sei ein Geheimgang ausfindig gemacht worden, hieß es.
Dieser sei mit Moos abgedeckt gewesen, teilte der lettische Grenzschutz mit. Der Tunnel befindet sich demnach ungefähr 20 Meter von der Grenze entfernt. Es sei weiterhin wichtig, nach allen Schwachstellen zu suchen, die Migrantinnen und Migranten die illegale Einreise nach Lettland ermöglichen, sagte Innenminister Janis Dombrava.
Bereits in der vergangenen Woche war eine geheime Unterführung unter der Grenze zwischen Belarus und Lettland entdeckt worden. Auch in Polen und Litauen wurden wiederholt unterirdische Schleichwege entdeckt, die von Migrantinnen und Migranten aus Belarus genutzt worden waren. Dafür sollen nach Einschätzung der europäischen Grenzschutzagentur Frontex auch staatliche Stellen in dem autoritär regierten Belarus mitverantwortlich sein.
Die lettische Regierung hat, wie auch die litauische und polnische, Belarus wiederholt beschuldigt, in organisierter Form Migrantinnen und Migranten aus Krisenregionen in die EU zu bringen. Riga reagierte mit einem verstärkten Schutz an der Grenze und dem Bau eines Zauns, den die Menschen bisher vor allem mit selbst gebauten Leitern oder Metallscheren zu überwinden versuchen.
Im Grenzgebiet sollen nun auch verstärkt Radarsysteme und Drohnen zum Einsatz kommen, um illegale Übertritte festzustellen. Die Regierungen Estlands und Litauens haben Grenzschützerinnen und Grenzschützer entsandt, um das baltische Nachbarland beim Schutz und der Kontrolle der Grenze zu unterstützen.
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