Der nächste El Niño könnte ungewöhnlich heftig ausfallen. Britische Meteorologen rechnen mit einem beispiellosen Anstieg der Meerestemperaturen. Schwere Dürren, Überschwemmungen und weitere Extremwetter-Ereignisse könnten die Folge sein.
Die Aussichten für das weltweite Klima sind beunruhigend: Experten der britischen Wetterbehörde erwarten, dass der kommende El Niño so stark ausfallen könnte, wie seit einem Jahrhundert nicht mehr. Die Temperaturen an der Oberfläche des Pazifiks könnten dabei auf ein „beispielloses“ Niveau ansteigen. Der Meteorologe Adam Scaife sagte der BBC, die Meeresoberflächentemperaturen könnten diesmal um mehr als drei Grad Celsius über den langjährigen Durchschnitt steigen.
Dürren und Überschwemmungen drohen
Das Wetterphänomen El Niño entsteht, wenn sich das Wasser an der Oberfläche des zentralen und östlichen Pazifiks ungewöhnlich stark erwärmt. Das beschränkt sich nicht nur auf den Pazifik: Weltweit können sich durch El Niño Wind, Luftdruck und Niederschläge verändern. Die Folgen können je nach Region völlig unterschiedlich sein. Während manche Gebiete mit heftigen Regenfällen und Überschwemmungen rechnen müssen, drohen anderen Orten lange Trockenperioden.
Besonders betroffen könnten laut Scaife die Tropen sein. In Teilen Südamerikas und im Westpazifik seien „wirklich schwere Dürren“ zu erwarten.
Schon jetzt Folgen sichtbar
Wie stark das Phänomen ausfallen kann, zeigt sich etwa in Mittelamerika. Dort hat der aktuelle El Niño bereits zu so starker Trockenheit geführt, dass der Schiffsverkehr durch den Panamakanal reduziert werden muss.
Ein El Niño wird offiziell ausgerufen, wenn die Wassertemperatur an der Oberfläche des tropischen Ostpazifiks mindestens 0,5 Grad Celsius über dem langjährigen Durchschnitt liegt. Dieses Mal wird jedoch mit einem Anstieg von mehr als drei Grad gerechnet.
El Niño verstärkt die Klimaerwärmung
Das Wetterphänomen tritt normalerweise alle zwei bis sieben Jahre auf und hält etwa neun bis zwölf Monate an. Seine Auswirkungen können auch lange danach noch spürbar sein.
Klimawandel kommt erschwerend hinzu
Hinzu kommt der menschengemachte Klimawandel. Bereits der vergangene El Niño trug dazu bei, dass 2023 global das zweitheißeste und 2024 das heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war. Ein besonders starker El Niño könnte die ohnehin angespannte Situation weiter verschärfen und in mehreren Regionen der Welt für extreme Wetterbedingungen sorgen.
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