Gerade entwickelt sich El Niño – die Weltwetterorganisation (WMO) rechnet damit, dass das Klimaphänomen heuer ziemlich heftig ausfallen wird. Doch wie sorgt El Niño eigentlich für Dürren, Überschwemmungen & Co.?
„El Niño verstärkt sich – und heizt die ohnehin schon angespannte Lage auf unserem Planeten weiter an“, warnt UNO-Generalsekretär António Guterres mit Blick auf das sich gerade entwickelnde Klimaphänomen El Niño. Und dieses hat es tatsächlich in sich: In verschiedenen Teilen der Welt kann El Niño extreme Wetterveränderungen verursachen und etwa in Gebieten mit viel Niederschlag eine Dürre auslösen.
Wind kehrt sich um
Bei dem natürlichen Klimaphänomen erwärmt sich das Wasser an der Oberfläche im zentral-östlichen Pazifik auf der Südhalbkugel stark. Dadurch ändert sich die Luftzirkulation über der Wasseroberfläche: Sie kehrt sich um. Weil sich der Wind verändert, kommt in Südamerika kein kaltes Wasser mehr an die Oberfläche – und der Ozean wird wärmer. Das etwa alle zwei bis sieben Jahren vorkommende Phänomen hat enorme Auswirkungen auf das Wetter.
Extreme Folgen im Süden
Die direkten El Niño-Folgen sind in Europa nicht so stark zu spüren. Aber je weiter in den Süden man kommt, desto extremer sind die Auswirkungen eines El Niños. Die Bevölkerung muss mit Dürren, Riesenwellen, Überschwemmungen und Erdrutschen rechnen. Kurz gesagt: Ein El Niño verschärft die Folgen des menschengemachten Klimawandels.
„El Niño“ bedeutet „Bub“ oder „Christkind“ auf spanisch. Peruanische Fischer haben das Klimaphänomen so getauft, weil es dort oft im Winter wütet.
„La Niña“ heißt „Mädchen“ und ist das Gegenstück zu „El Niño“
Der El Niño 2026 wird laut WMO „mit überwältigender Wahrscheinlichkeit“ auf fast allen Kontinenten überdurchschnittliche Temperaturen auslösen. In manchen Teilen der Erde wird es vermutlich ungewöhnlich viel regnen. Dafür soll es in anderen Regionen trockener bleiben.
Dann kommt noch La Niña
Doch damit noch nicht genug: Nach einem El Niño kommt oft eine La Niña. Schwächt sich nämlich der El Niño nach einigen Monaten ab, kommt danach eine kurze Phase, in der sich die Wind- und Meeresströmungen wieder normalisieren. Danach folgt aber oft eine La Niña, das ist sozusagen eine extremere Art des Normalzustands.
„Den Wechsel von El Niño und La Niña kann man sich vorstellen wie eine Badewanne, wenn das Wasser von einer Seite zur anderen schwappt, bis es sich irgendwann wieder einpendelt“, sagt Andrew Hoell von der US-Wetterbehörde NOAA, wie das Magazin „Geo“ berichtet. Forscherinnen und Forscher wissen zwar, was bei den Klimaphänomenen passiert – aber bis jetzt ist noch nicht klar, was das „Schwappen“ auslöst.
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