Polit-Zoff um Widmung

Trotz freier Bauplätze soll neues Bauland her

Burgenland
21.08.2026 05:00

Obwohl die Gemeinde Riedlingsdorf noch neun erschlossene Bauplätze zu verkaufen hat, sollen 3000 Quadratmeter Grünland zu Bauland werden. Ein Gemeinderat vermutet ein politisches Spiel und spricht von kräftigem Wertzuwachs. Der Bürgermeister weist die Vorwürfe zurück.

Eine geplante Umwidmung sorgt in Riedlingsdorf für Wirbel. Rund 3000 m² Grünland sollen zu Bauland werden. Dagegen hat Gemeinderat Mario Schuh von der Bürgerliste ZLR beim Land Einwände eingebracht. Schuh stößt vor allem sauer auf, dass die Gemeinde selbst noch neun fertig aufgeschlossene Bauplätze zum Verkauf hat. Insgesamt zwölf Plätze wurden vor fünf Jahren geschaffen, erst drei sind verkauft.

Vorwurf eines „politischen Spiels“
„Wir haben solche Anträge im Gemeinderat schon oft abgelehnt. Warum sollte es dieses Mal anders sein?“, fragt Schuh. Zudem gebe es aufgrund der vorhandenen Baulandreserven eine Vorgabe des Landes gegen weitere Umwidmungen. Hinter der Sache vermutet Schuh auch ein „politisches Spiel“. Sowohl beim jetzigen Eigentümer als auch beim früheren Besitzer gebe es ein Näheverhältnis zur Gemeinde.

Zitat Icon

Wir haben solche Anträge im Gemeinderat schon oft abgelehnt. Warum sollte es dieses Mal anders sein?

Gemeinderat Mario Schuh (ZLR)

Bürgermeister Wilfried Bruckner (SPÖ) weist den Verdacht entschieden zurück. Auch die Behauptung, wegen vorhandener Baulandreserven dürfe grundsätzlich nichts mehr umgewidmet werden, stimme nicht.

Kräftiger Wertzuwachs: Von 10.000 auf 150.000 Euro
Schuh kritisiert zudem einen möglichen kräftigen Wertzuwachs und spricht von rund 10.000 auf bis zu 150.000 Euro. Auch diese Rechnung weist Bruckner zurück. Die Gemeinde habe selbst vor fünf Jahren Grünland um 19 Euro pro Quadratmeter gekauft, zuletzt seien es 17 Euro gewesen. Bauland werde um 39 Euro verkauft.

Gemeinderat ist erst am Zug
Entschieden ist die Sache allerdings noch nicht. Die besagte Fläche liegt derzeit zur Begutachtung auf, auch das Land ist mit dem Verfahren befasst. Grundsätzlich könne jeder ein entsprechendes Ansuchen stellen, betont Bruckner. Erst nach Abschluss des Verfahrens ist der Gemeinderat am Zug.

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