Rapid drohte am Donnerstagabend nach starker erster Halbzeit bei Hearts das Spiel zu entgleiten. Doch Joker Nikolaus Wurmbrand rettete das 2:2 im Play-off-Hinspiel zur Conference League. Die Wiener blieben im Hexenkessel ruhig, trotzten den Widerständen.
Die „Krone“ berichtet aus Edinburgh
Auf die „Krone“-Frage, wie mutig Rapid in Edinburgh schon das Play-off-Hinspiel der Conference League anlegen würde, reagierte Trainer Hoff Thorup mit einem lauten Lacher: No risk, no fun.“ Es war kein Bluff …
Von wegen dritter, zentraler Mittelfeldspieler, der Däne schickt exakt die gleiche, offensive Elf wie vom 8:0 gegen den GAK in den engen Tyncastle Park. Der wie erwartet bei der Hymne bebte. Auch bei der ersten Hearts-Ecke. Der „Roar“ konnte eine Wucht erzeugen, erdrückend wirken. Aber das ließ Rapid vor der Pause nicht zu. Adamsen, Dahl und Co. sah man das Selbstverständnis nach den ersten acht Siegen an. Ruhig wurde über Goalie Hedl das Spiel eröffnet, nach vorne zu Chancen kombiniert: Seidl scheiterte nach einer Direktkombination an Goalie Reus (9.). So wie auch Bolla (15.) aus kurzer Distanz (15.).
Rapids Führung war daher fast logisch: Nach einer kurz abgespielten Ecke versenkte Raux-Yao Seidls ideale Flanke zum Tor per Kopf – 1:0 (30.). Und die Hearts? Drei Weitschüsse vor der Pause – das war’s. Stark von Rapid, auch in den vielen Zweikämpfen – aber so „leicht“ sollte es dann doch nicht werden
Sieben schwarze Minuten
Weil Raux-Yao retten wollte, in einen McPake-Schuss rutschte, dabei den Ball unhaltbar ins eigene Tor abfälschte (55.). Damit waren die Schotten erwacht, also Spieler und Fans. Und als Wilson aus der Distanz abzog, den vor dem Tor stehenden Hedl überraschte, explodierte der Tyncastle Park – 1:2 (62.). In sieben Minuten war die Partie gekippt, aber sie sollte Rapid nicht entgleiten.
Trainer Hoff Thorup brachte mit Bajlicz doch einen dritten Mittelfeldspieler, dazu noch Wurmbrand, sorgte für Stabilität und frischen Wind. Und beide Joker sollten stechen, indem Bajlicz im zweiten Anlauf Wurmbrand bediente, der durch die schottischen Beine zum 2:2 (79.) traf. „Es war so viel los vor dem Tor, ich hab einfach abgezogen, Gott sei Dank, ging der Ball rein“, so der Torschütze.
Danach übernahm Rapid wieder die Kontrolle, spielte das 2:2 ruhig nach Hause. Die Siegesserie ist nach acht Erfolgen zwar gerissen, aber mit dem Remis lebt die Chance, im Play-off-Rückspiel am Mittwoch in Wien in die lukrative Conference League einzuziehen. „Ich bin sehr zufrieden, nicht gepasst haben bloß die 15 Minuten nach der Pause. Ich bin guter Dinge, dass wir mit den Fans im Rücken aufsteigen“, meinte Hoff-Thorup.
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