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Wer ist die rätselhafte Frau an Trumps Seite?

Außenpolitik
19.08.2026 16:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

In der Öffentlichkeit ist sie kaum bekannt, in Donald Trumps unmittelbarem Umfeld soll sie dagegen eine besondere Rolle spielen. Die 35-jährige Natalie Harp weicht dem Präsidenten kaum von der Seite, ist auf Reisen dabei, versorgt ihn mit Informationen – und war im Gegensatz zu seiner Pressesprecherin auch bei seinem heimlichen Umstieg dabei. Eine Frage zu seiner ominösen Begleiterin löste nun auch einen Wutausbruch beim Präsidenten aus. Doch, wer ist die „neue“ Frau an Trums Seite?

Harp stammt aus Kalifornien und wurde erstmals als überzeugte Trump-Unterstützerin einem größeren Publikum bekannt. 2020 trat sie beim Parteitag der Republikaner auf und lobte den damaligen Präsidenten für seine Gesundheitspolitik.

Vom Trump-Fan zur engen Vertrauten
Zuvor hatte Harp öffentlich über ihre eigene Krebserkrankung gesprochen. Sie schrieb Trump zu, ihr den Zugang zu einer experimentellen Behandlung ermöglicht zu haben. Später arbeitete sie beim konservativen Sender One America News Network, bevor sie 2022 in Trumps Umfeld wechselte.

Heute ist Harp offiziell „Special Assistant to the President and Executive Assistant to the President“. Ihr Jahresgehalt beträgt 150.000 Dollar.

Deshalb wird sie „menschlicher Drucker“ genannt
Unter Trump-Mitarbeitern hat Harp einen ungewöhnlichen Spitznamen: „menschlicher Drucker“. Sie soll Trump regelmäßig ausgedruckte Informationen und Nachrichten bringen, weil der Präsident Informationen bevorzugt auf Papier liest.

Auch bei Trumps Aktivitäten auf Truth Social soll sie eine wichtige Rolle spielen. Medienberichten zufolge zeigt sie ihm Beiträge und veröffentlicht diese anschließend über seinen Account. Damit gehört Harp zu jenen Personen, die unmittelbaren Zugang zum Präsidenten haben. Wie groß ihr tatsächlicher politischer Einfluss ist, lässt sich von außen allerdings schwer beurteilen.

Kaum eine Person kommt dem US-Präsidenten aktuell so nah, wie die mysteriöse Harp.
Kaum eine Person kommt dem US-Präsidenten aktuell so nah, wie die mysteriöse Harp.(Bild: AFP/MANDEL NGAN)

Heimlich mit Trump im Militärflugzeug
Besonders rätselhaft wurde ihre Rolle im Juli. Damals wechselte Trump während einer Reise in der Türkei überraschend das Flugzeug. Medienberichten zufolge war eine mögliche Morddrohung aus dem Iran der Grund.

Trump stieg mit einer kleinen Gruppe von Personen von der Air Force One in eine andere Militärmaschine um. Außenminister Marco Rubio und weitere Mitarbeiter blieben in der Präsidentenmaschine. Harp gehörte dagegen zu jenem Kreis, der Trump begleitete. Auch Verteidigungsminister Pete Hegseth sowie die Berater Dan Scavino und Walt Nauta wechselten das Flugzeug.

Trump hier mit Harp und seiner Pressesprecherin Leavitt im Militärhubschrauber – bei seinem ...
Trump hier mit Harp und seiner Pressesprecherin Leavitt im Militärhubschrauber – bei seinem heimlichen Umstieg wegen einer iranischen Bedrohung, nahm er aber nur Harp mit.(Bild: AFP/BRENDAN SMIALOWSKI)

Dass Harp bei dieser geheimen Sicherheitsmaßnahme dabei war, machte sie in Washington schlagartig bekannter.

„Du bist alles, was für mich zählt“
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte das Buch „Regime Change“ der „New York Times“-Journalisten Maggie Haberman und Jonathan Swan. Darin werden mehrere Briefe beschrieben, die Harp an Trump geschrieben haben soll. In einem soll sie formuliert haben: „Du bist alles, was für mich zählt.“ In einem weiteren Schreiben habe sie Trump als ihren „Beschützer und Bewahrer in diesem Leben“ bezeichnet.

Die Schilderungen verstärkten Spekulationen über die ungewöhnlich enge Beziehung zwischen Harp und Trump. Belege für eine über das berufliche Verhältnis hinausgehende Beziehung gibt es allerdings nicht. Sicher ist lediglich, dass Harp Trump gegenüber eine außergewöhnliche Loyalität zeigt.

Dann fiel plötzlich ihr Vorname
Nun brachte der demokratische Senator Jon Ossoff Harp ins Zentrum einer politischen Attacke. Er warf Trump vor, lieber seinen Ballsaal bauen und „mit Natalie reisen“ zu wollen, als seine Arbeit zu erledigen.

Als CNN-Reporterin Kristen Holmes Trump auf die Aussage ansprach, reagierte der Präsident scharf. Er bezeichnete Holmes als „sehr respektlos“ und sagte: „Sie sind eine laute, aufdringliche Person. Sie sind Fake News. Seien Sie still.“

Danach legte das Weiße Haus nach. Über den X-Account „Rapid Response“ wurde Holmes persönlich attackiert. „Eines Tages werden Ihre Kinder auf Ihre widerwärtige und unmenschliche Frage stoßen“, hieß es. Die Journalistin wurde zudem als „schändliche, demütigende Blamage für ihren angeblichen Beruf“ bezeichnet. CNN stellte sich hinter seine Reporterin und wies die Angriffe zurück.

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