Kurze Nasen, riesige Kulleraugen, winzige Körper: Süß soll er aussehen, der Vierbeiner für die Kinder. Doch hinter der Knuffigkeit steckt oft jahrelanges Leid: Atemnot bei jedem Auslauf, eine Hüfte, die von Geburt an schmerzt. Brauchen wir also strengere Gesetze gegen Qualzucht?
In Österreich ist Qualzucht offiziell verboten: Das Tierschutzgesetz untersagt Züchtungen, die Tieren oder ihren Nachkommen erhebliche Schmerzen, Leiden oder Angst zufügen. Auch der Erwerb von offensichtlichen Qualzüchtungen ist untersagt. Trotzdem klaffen wie so oft Gesetz und Wirklichkeit weit auseinander.
Verboten, aber erlaubt
Wer als Züchter ein „Maßnahmenprogramm“ vorlegt und zeigt, dass er die Zucht verbessern will, kann unter bestimmten Voraussetzungen trotzdem weiterzüchten. Auch wenn die Tiere weiterhin unter denselben Qualen leiden wie eh und je. Genau hier setzt die Kritik von Tierschutzorganisationen an: Das Verbot besteht auf dem Papier, werde aber im Alltag oft umgangen. Selbstverständlich gibt es durchaus auch Züchter, die verantwortungsvoll arbeiten, auf Gesundheitschecks setzen und sich bewusst gegen Extremmerkmale entscheiden – aber eben nicht alle. Braucht es hier also konsequentere Regeln und strengere Kontrollen?
Warum nicht einfach adoptieren?
Viele Tierfreunde weichen deshalb bewusst aus: Sie greifen nicht zum Rassehund vom Züchter, sondern nehmen einen ausgesetzten oder abgegebenen Vierbeiner aus dem Tierheim auf. Es wird nur einem bereits geborenen Tier ein Zuhause gegeben, die Nachfrage nach der Zucht selbst wird dadurch nicht befeuert. Liegt die Verantwortung also auch ein Stück weit beim Käufer? Übrigens: Auch bei uns in der Krone finden Sie regelmäßig Vergabetiere, die auf ihr neues Zuhause warten – vielleicht ist ja Ihr neuer bester Freund dabei: https://www.krone.at/vergabetiere
Ihre Meinung ist gefragt!
Sollten bestimmte Extremzuchten wie Mops oder Französische Bulldogge in Österreich ganz verboten werden? Tragen vor allem die Käufer Verantwortung, wenn sie sich trotz bekannter Risiken für solche Rassen entscheiden? Reichen Dokumentationspflichten und Zuchtprogramme aus, oder braucht es härtere Strafen und Kontrollen? Wir sind auf Ihre Meinung gespannt!
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