Gewalt in der Familie

Sohn trat gegen Kopf von Vater: „Wie beim Fußball“

Salzburg
19.08.2026 14:19

Ein handfester Streit in der Familie rund um eine Luxus-Uhr endete mit Knochenbrüchen im Gesicht von Papa und einer rechtskräftigen Verurteilung wegen schwerer Körperverletzung in Salzburg. Ein Nachbar hatte die Gewaltszenen im Stiegenhaus gesehen: Der Angreifer habe ausgeholt, wie „bei einem Freistoß“.

Der Sohn (35) ist der Angeklagte, der Papa das Opfer. Der am Mittwoch beim Prozess im Landesgericht erhobene Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautet: absichtlich schwere Körperverletzung. Am 4. Mai stritten die beiden vor der Haustür des Sohnes in Salzburg. Eigentlich ging es um den Rückkauf einer Luxus-Uhr.

Kiefer- und Jochbeinbruch
Doch das Streitgespräch artete in Handgreiflichkeiten aus. Nach einem Schubser lag der Vater auf dem Boden. Der 35-Jährige trat gegen das Gesicht des Mannes. Offenbar mehrfach, wie ein Nachbar beobachtete: „Es war wie ein Freistoß beim Fußball“, sagte er im Zeugenstand. Die Fußtritte hatten schmerzhafte Folgen: Das Opfer erlitt einen Bruch des Jochbeins sowie des Oberkiefers.

Hass aus Kindheit
„Er hat zuerst zugeschlagen“, wehrte sich der Sohn und berichtete von einer schwierigen und gewalttätigen Kindheit, die ein Trauma hinterlassen habe. „Hochgestauter Hass lebte hoch“, ergänzte Verteidiger Franz Essl. Zudem spricht der Angeklagte, ein dreifacher Vater mit Kampfsporterfahrung, nur von zwei Fußtritten – barfuß, wohlgemerkt. Mit Absicht wollte er jedenfalls den Vater nicht verletzen, sagte er.

Eine Absicht konnte das Gericht nicht feststellen. Der vorbestrafte Salzburger wurde wegen schwerer Körperverletzung zu 18 Monaten teilbedingter Haft, sechs davon unbedingt, rechtskräftig verurteilt. 

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