„Mutter, vergib mir. Dies ist der Weg, den ich gewählt habe – Menschen zu helfen.“ Es sind zutiefst berührende letzte Worte eines Notarztwagenfahrers, die auf einem Handyvideo zu hören sind. Er filmte mit, als sein Hilfskonvoi mit Sanitätern am 23. März 2025 in Rafah von der israelischen Armee unter Beschuss genommen wurde – und er und weitere 14 Helfer getötet wurden.
Heute ist der UNO-Welttag der humanitären Hilfe – ein Tag, um jenen zu danken, die in Krisen ihr Leben einsetzen, um anderen zu helfen. Und jener zu gedenken, die es dabei verloren haben. Mehr als 350 waren es im Jahr 2025, 235 Helfer wurden entführt, 322 verwundet.
Ihre Arbeit wird immer gefährlicher, vor allem im Gazastreifen, wo es die meisten Opfer gibt. Der brutale Bürgerkrieg im Sudan macht ebenso wenig halt vor Hilfsorganisationen. Die psychische Belastung für die Mitarbeiter sei immens, so der Not-Koordinator der Welthungerhilfe Denis Drichi. Auch seine Familie fürchtet um sein Leben. „Aber angesichts der großen Not verstehen sie, warum ich hier bin und helfe.“
Was sind das für mutige, selbstlose Menschen, die sogar ihr Leben riskieren, um anderen zu helfen? Und doch werden NGOs oft in den Schmutz gezogen, zum Ziel verbaler und – noch viel schlimmer – militärischer Angriffe. Der UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher hat dafür eine bittere Erklärung: „Die Entwicklung ist ein Symptom einer gesetzlosen, kriegerischen, selbstsüchtigen und gewalttätigen Welt.“
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