„Krone“-Kommentar

Eine gute und eine schlechte Nachricht für Kickl

Kolumnen
19.08.2026 05:00

Eigentlich ideal für den ersten Gewitterabend seit Monaten: das Sommergespräch im ORF mit der NEOS-Chefin. Die Plauderei zwischen Beate Meinl-Reisinger und Simone Stribl tröpfelte beruhigend dahin wie der Regen ans Fenster.

Weniger blumig gesagt: Der nette Fernsehabend mit Meinl-Reisinger blieb weitgehend erkenntnisfrei.

Und genau das bescherte dann doch ein Aha-Erlebnis: Beate Meinl-Reisinger hält unerschütterlich daran fest, bis zum letztmöglichen Tag mit Christian Stocker und Andreas Babler zusammenzubleiben. Also quasi bis die Wahlen sie scheiden. Sogar ein riesiger Murks wie der gescheiterte Plan für eine bessere Organisation der Wehrpflicht wird da zum Kompromiss schöngeredet.

Die Freude der Regierungsleute an ihren Ämtern ist für Kickl und seine Kameraden eine gute und eine schlechte Nachricht.

Wachsende Frustration erkennt man in den digitalen Parallelwelten unter den Anhängern Kickls, dass sie sich noch gedulden müssen, bis sie ihren Tag der Machtübernahme gekommen sehen.

Dafür trösten sich die Freiheitlichen damit, dass jede Blamage der Dreierkoalition wie Totschnigs hilfloses Gerede über die Dürrehilfe für die Bauern sie ihrem Triumph einen großen Schritt näher bringt.

Es kann aber auch alles ganz schnell gehen. Man spürt schon das Nervenflattern vor den nahenden Landtagswahlen. Die werden Österreich verändern. Wie massiv, liegt in der verbleibenden Zeit am Kanzler und seiner Regierung.

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