Pinker Aktionismus?

Verriss für Meinl-Reisingers „Reformdividende“

Innenpolitik
18.08.2026 19:07

Zuerst die Forderung nach einem Pensionsgipfel, dann die Idee einer „Reformdividende“. Man könnte meinen, NEOS-Chefin und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger versucht, mit Aktionismus von den Konflikten in der eigenen Partei abzulenken. Bei den Regierungspartnern und Experten kommen die Vorschläge alles andere als gut an. Die „Krone“ hat sich umgehört.

Im ORF-Sommergespräch hatte Meinl-Reisinger kritisiert, dass Budgeterfolge, die durch Reformen erzielt werden, sofort wieder in neue Förderungen fließen. Sie schlägt Folgendes vor: Wird das Defizitziel des Bundes übererfüllt, darf niemand – kein Ministerium, keine Koalition, keine wahlkämpfende Partei – diese Übererfüllung sofort für neue Ausgabenideen verprassen.

Mit der sogenannten Reformdividende soll von jedem Euro, den der Staat über die vereinbarten Budgetziele hinaus erspart, künftig die eine Hälfte automatisch in den Schuldenabbau und die andere an die arbeitenden Menschen als Steuerentlastung fließen.

ÖVP spricht von „Wahlzuckerln“
Aus der ÖVP heißt es: „Die Entlastung der arbeitenden Menschen ist für die ÖVP immer ein Ziel. Zu dem konkreten Vorschlag sind alle Details offen. Wahlzuckerl lehnen wir ab.“

In der Dreier-Regierung läuft es nicht immer rund.
In der Dreier-Regierung läuft es nicht immer rund.(Bild: APA/GEORG HOCHMUTH)

Auch aus dem Finanzministerium ließ man dem kleinen Koalitionspartner durch die Blume ausrichten, dass man auf neue Vorschläge zum Budget verzichten könnte. Das liest sich dann so: „Die Konjunkturprognosen sind unsicher, dementsprechend angespannt ist und bleibt die Budgetsituation. Vorrangiges Ziel ist es, am strengen Budgetvollzug und dem Plan der schrittweisen Budgetsanierung festzuhalten. Es liegt noch ein harter Weg vor uns, aber er ist unumgänglich.“

Und weiter: „Wir wollen das Geld der Steuerzahler nicht für Zinszahlungen ausgeben, sondern wieder finanzielle Spielräume für wichtige Investitionen in die Zukunft des Landes und zur Absicherung des Sozialstaats erarbeiten. Davon profitiert ganz Österreich.“

„Wir sollten jetzt den Fokus auf den Schuldenabbau legen“, sagt WIFO-Budgetexpertin Margit Schratzenstaller im Gespräch mit der „Krone“. „Wir sind in den nächsten Jahren noch immer über den drei Prozent Maastricht-Obergrenze und selbst wenn wir wieder darunter sind, haben wir eine zu Schuldenquote weit über 80 Prozent des BIP. Auch diese muss heruntergehen.“

Zudem haben wir Ausgabenbedarf im Bereich des Klimaschutzes und für Anpassungsmaßnahmen, so Schratzenstaller. Dann müsste man auch noch die stellen, von den Steuersenkungen profitiert und durch die Reformen belastet wird. „Die Idee in der Praxis umzusetzen, ist nicht so ganz einfach.“

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung